Bandai Namco hat uns einen Key für Code Vein 2 zur Verfügung gestellt. Wir spielen auf PS5, mit englischer Sprachausgabe und deutschen Untertiteln. Gestern hatten wir unseren ersten kurzen Zwischenbericht nach rund zwei Stunden veröffentlicht. Heute sind wir insgesamt bei etwas mehr als vier Stunden und wollten direkt nachlegen, weil sich in diesen zusätzlichen Sessions ein paar Dinge deutlich klarer gezeigt haben.
Questführung und Open World: weniger Handholding, mehr Eigeninitiative

Sobald sich das Spiel stärker öffnet, merkt man: Code Vein 2 will, dass man hinschaut. Questziele sind nicht immer sofort eindeutig markiert oder „springen einem ins Gesicht“. Teilweise muss man NPCs und Hinweise aktiver verfolgen und beim Erkunden wirklich aufmerksam bleiben. Das kann spannend sein, weil es sich nach eigenem Entdecken anfühlt. Es kann aber auch kurz verwirren, wenn man gedanklich zu sehr auf Autopilot ist. Unser Tester hat es selbst so eingeordnet: größtenteils ein Skill Issue. Mit ruhigem Tempo und genauerem Lesen wurde es schnell besser.
Mini Checkpoints vor Bossräumen: fairer Puffer, ohne Abkürzung
Vor Bosskämpfen stoßen wir immer wieder auf kleine Checkpoints. Die machen genau das, was man sich wünscht: sicherer Respawn, Heilung und Auffüllen der Heilitems. Was dort nicht geht: Leveln. Das ist ein wichtiger Punkt, weil es den Druck aufrechterhält. Man bekommt Komfort, aber keine Abkürzung.
Der Begleiter: mehr Teamplay, weniger Frust
Was uns heute deutlich mehr aufgefallen ist als gestern: Der Begleiter ist nicht nur Deko. Er greift aktiv ins Kampfgeschehen ein, nutzt eigene Fähigkeiten und kann uns sogar wiederbeleben. Danach verschwindet er kurz und kommt automatisch zurück. Das gibt Kämpfen ein echtes Teamgefühl und macht Fehler weniger frustig, ohne dass es „gratis“ wird. Gerade wenn man offensiver spielen will, fühlt sich das wie eine sinnvolle Absicherung an.
Bosskurve nach 4 Stunden: Druck über Tempo und Schaden
Wir hatten heute mehrere Bosskämpfe, und die Kurve wirkt bisher fair gebaut.
Der erste Boss ist groß und relativ gut lesbar. Durch die 2 gegen 1 Situation bleibt er moderat schwer, aber nicht unfair.
Der zweite Boss ist schneller, hat weniger Leben, macht aber deutlich mehr Schaden. Herausfordernder, aber weiterhin sauber zu lernen.
Der dritte Boss zieht spürbar an und verlangt mehr Fokus. Schwerer, ja, aber immer noch machbar. Was uns gefällt: Der Schwierigkeitsanstieg kommt vor allem über Geschwindigkeit und Schadensoutput, nicht nur über künstlich aufgepumpte Lebensbalken.
Waffenvielfalt: mehr als nur Kosmetik
Heute hat sich auch stärker gezeigt, wie viel Wert das Spiel auf unterschiedliche Waffen legt. Es gibt viele Varianten, und sie spielen sich wirklich unterschiedlich. Das ist nicht nur ein anderes Moveset, sondern fühlt sich nach verschiedenen Ansätzen an, inklusive eigener Fähigkeiten. Für Builds und Spielstile ist das genau die Art Vielfalt, die man sich von so einem System erhofft.
Dungeons und Leveldesign: schön gebaut, mit kleinen Skill Checks

In den Dungeons und Gewölben steckt sichtbar Liebe. Nicht nur optisch, auch spielerisch. Es gibt Mini Parcours und Platforming Elemente, die Belohnungen hinter Erkundung und Timing verstecken. Das bringt Abwechslung rein und belohnt Leute, die nicht nur straight durchrennen.
Umweltrisiken: Sturzschaden ist drin, aber moderat
Sturzschaden existiert, ist aber nicht so gnadenlos wie in manchen anderen Soulslikes. Man wird für Unachtsamkeit bestraft, aber nicht sofort aus dem Leben gelöscht. Das passt zum eher zugänglichen Grundgefühl, das wir gestern schon erwähnt hatten.
Zwischenfazit Tag 2
Nach gut vier Stunden wirkt Code Vein 2 in unseren Augen runder als es die ersten zwei Stunden bereits angedeutet haben. Die Welt öffnet sich, die Bosskämpfe bekommen mehr Zähne, der Begleiter fühlt sich wirklich wie ein Partner an und die Waffenvielfalt macht Lust, Builds auszuprobieren.
Morgen gehen wir weiter rein. Dann wird spannend, ob sich die Questführung langfristig sauber anfühlt, wie abwechslungsreich die offene Struktur wirklich wird und ob das Spiel seinen Flow auch über längere Sessions halten kann.
