Code Vein 2 ist inzwischen offiziell erschienen. Zum Zeitpunkt unseres fortgesetzten Hands-ons war noch kein Day-1-Patch verfügbar, was für die Einordnung des aktuellen technischen und spielerischen Eindrucks wichtig ist. Bandai Namco hat uns den Key zur Verfügung gestellt, gespielt wird weiterhin auf der PS5 mit englischer Sprachausgabe und deutschen Untertiteln.
Nach den ersten beiden Zwischenberichten sind wir nun an dem Punkt angekommen, an dem sich Code Vein 2 spürbar öffnet und genau dort zeigt das Spiel eine seiner prägendsten Eigenschaften.
Früher Schritt in die Open World: Freiheit mit Risiko
Nach dem Tutorial entlässt Code Vein 2 uns relativ früh in eine große, offene Welt. Das erzeugt sofort ein starkes Gefühl von Freiheit, kann aber gerade zu Beginn auch überfordern. Läuft man direkt weit hinaus, landet man schnell in Gebieten, die zwar zugänglich sind, für die man aber noch nicht optimal vorbereitet ist.
Das fühlt sich im ersten Moment hart an, ist aber klar Teil der Soulslike-DNA. Statt klarer Zugangssperren setzt das Spiel auf natürliche Schwierigkeitsgrenzen. Es sagt nicht explizit, wo Schluss ist, sondern überlässt die Einschätzung komplett den Spielern. Wer ambitioniert oder erfahren ist, kann früh größere Herausforderungen angehen. Wer vorsichtiger spielt, merkt schnell, dass es sinnvoller ist, später zurückzukehren.
Design-Eindruck: Eigenverantwortung statt Führung
Dieses offene Design fördert Entdeckerdrang und Eigenverantwortung. Man liest die Welt, lernt durch Niederlagen und passt sein Vorgehen an. Gleichzeitig fehlt zu Beginn eine stärkere Führung, was dazu führen kann, dass man sich etwas verloren fühlt. Immersiv ist das allemal, einsteigerfreundlich nicht immer.
Unser Tester beschreibt den Einstieg in die offene Welt als reizvoll, aber auch brutal. Gerade dieser Kontrast macht für ihn einen großen Teil der Motivation aus. Es fühlt sich nach einem echten Test an, bei dem man nicht an die Hand genommen wird.
Erste Eindrücke zur Welt
Was sich ebenfalls abzeichnet: Die offene Welt wirkt stellenweise noch etwas leer und generisch, vor allem in den ersten Arealen. Gleichzeitig passt das zur postapokalyptischen Grundstimmung. Es fühlt sich weniger nach einer lebendigen Spielwelt an und mehr nach einer verlassenen, toten Umgebung. Ob das langfristig trägt oder später durch mehr Abwechslung aufgefangen wird, lässt sich nach sechs Stunden noch nicht final beurteilen.
Kleine Einstiegstipps aus der Praxis
Aus den bisherigen Erfahrungen lassen sich ein paar einfache Lehren ziehen. Gerade zu Beginn lohnt es sich, erst nahegelegene Quests und Gebiete mitzunehmen, statt direkt weit hinauszulaufen. Frühzeitiges Leveln sowie das Verbessern von Ausrüstung und Fähigkeiten macht einen spürbaren Unterschied. Und wenn Gegner sich extrem stark anfühlen, ist das meist kein Zeichen von schlechtem Balancing, sondern ein Hinweis darauf, dass dieses Gebiet eher für später gedacht ist.
Zwischenfazit nach 6 Stunden
Code Vein 2 zeigt nach sechs Stunden klar, wohin die Reise geht. Die offene Welt setzt auf Freiheit, Risiko und Selbstverantwortung. Das macht Spaß, kann frustrieren und fühlt sich stellenweise noch etwas leer an, entfaltet aber genau dadurch einen eigenen Reiz. Für uns ist das aktuell eine spannende Phase, weil sich hier entscheidet, ob das Spiel langfristig trägt oder ob die Offenheit irgendwann kippt.
Wir bleiben dran. Der nächste Zwischenbericht wird zeigen, wie sich Welt, Struktur und Abwechslung weiterentwickeln, sobald wir tiefer ins Spiel eintauchen.
