
Morgen jährt sich der Tod von Akira Toriyama zum zweiten Mal.
Ein Moment, der uns innehalten lässt.
Dragon Ball war für viele von uns nicht nur eine Serie. Es war Kindheit. Es war Nachmittage vor dem Fernseher. Es war das erste Mal, dass wir Figuren begleitet haben, die über sich hinauswachsen mussten. Toriyamas Werk hat Generationen geprägt. Uns eingeschlossen.
Gerade an solchen Tagen merkt man, wie stark diese Welt noch immer in uns nachhallt. Und während wir darüber nachgedacht haben, welche Spiele dieses Gefühl wirklich transportieren konnten, sind wir unweigerlich bei Dragon Ball Z Kakarot gelandet.
Nicht, weil es perfekt ist.
Sondern weil es uns erinnert hat.
Erinnert an diese Momente, die wir damals gesehen haben. An Kämpfe, die größer wirkten als alles andere. An Figuren, mit denen wir mitgefiebert haben. Und an eine Geschichte, die weit mehr war als nur Action.
So entstand die Idee, Dragon Ball Z Kakarot nicht einfach in einem Artikel abzuhandeln. Sondern ihm Raum zu geben. In mehreren Teilen. Mit Wertschätzung. Mit Analyse. Mit ehrlichem Feedback am Ende.
Dieser mehrteilige Liebesbrief ist für uns nicht nur eine Spielereihe.
Er ist auch eine Verneigung.
Vor einem Werk, das bleibt.
Vor einer Welt, die weiterlebt.
Und vor einem Schöpfer, der sie möglich gemacht hat.
Morgen denken wir an Akira Toriyama.
Heute beginnen wir diese Reise.
Ein Liebesbrief an das Hauptspiel „Dragon Ball Z: Kakarot“

Es gibt Dragon Ball Spiele, die kämpfen lassen.
Und es gibt Spiele, die erinnern lassen.
Dragon Ball Z: Kakarot wollte nie nur ein Arena Fighter sein. Schon mit seiner Positionierung als Action RPG war klar, dass hier nicht allein das Kampfsystem im Mittelpunkt stehen sollte, sondern die komplette Z Saga als spielbare Chronik.
Und genau darin liegt die besondere Qualität des Hauptspiels.
Die Z Saga als zusammenhängende Reise

Saiyajin Saga. Namek. Cell. Majin Buu.
Kakarot erzählt diese Phasen nicht als lose Kapitel, sondern als durchgängigen Erzählbogen.
Gerade die großen Story-Momente entfalten eine Wucht, die man in dieser Form aus früheren Adaptionen selten kannte. Wenn Goku und Vegeta aufeinandertreffen, wenn Gohan im Kampf gegen Cell seine Grenze überschreitet oder wenn die Genkidama vorbereitet wird, dann entsteht eine Inszenierung, die mehr ist als bloße Nachstellung.
CyberConnect2 gelingt es, ikonische Szenen nicht nur zu reproduzieren, sondern sie mit filmischer Dynamik neu zu rahmen. Kameraführung, Effekte und Timing arbeiten sichtbar zusammen. In diesen Momenten fühlt sich das Spiel wie eine interaktive Anime-Produktion an.
Das sind nicht vereinzelte Highlights.
Das ist die tragende Struktur des Hauptspiels.
Welt, Atmosphäre und Fan-Perspektive

Kakarot versteht, wie wichtig Orte für Dragon Ball Z sind.
Westliche Hauptstadt, Kames Haus, die Ebenen vor dem Kampf gegen die Saiyajins, Nameks offene Landschaften. Das freie Fliegen durch diese Regionen erzeugt ein Gefühl, das viele Fans über Jahre vermisst haben. Nicht nur Zuschauer sein, sondern selbst Teil dieser Welt.
Dabei bleibt das Spiel zugänglich. Die RPG-Elemente wie Training, Kochen, Sammeln und Nebenmissionen dienen weniger komplexer Systemtiefe, sondern eher dem Ziel, das Leben zwischen den Kämpfen darzustellen. Dieser Ansatz unterscheidet Kakarot klar von klassischen Prüglern.
Der Fokus liegt nicht auf mechanischer Komplexität, sondern auf Atmosphäre.
Und das funktioniert.
Mehr als nur Kakarot
![]()
Obwohl der Titel Gokus Namen trägt, erzählt das Spiel eine Ensemble-Geschichte. Wir übernehmen Gohan, Vegeta, Piccolo und andere Figuren. Das verstärkt das Gefühl einer Chronik, nicht einer Einzelbiografie.
Es geht nicht nur um einen Helden.
Es geht um eine ganze Ära.
Diese Entscheidung trägt wesentlich dazu bei, dass sich das Hauptspiel wie ein geschlossener Z-Arc anfühlt.
Warum das Hauptspiel wirkt

Was Dragon Ball Z Kakarot besonders macht, ist nicht die bloße Existenz seiner Systeme. Es ist die Kombination aus Inszenierung, Wiedererkennungswert und emotionaler Dramaturgie.
In seinen stärksten Momenten liefert das Spiel genau das, was man sich von einer modernen Anime-Adaption erhofft: Respekt vor der Vorlage, klare visuelle Identität und das Gefühl, selbst Teil dieser Geschichte zu sein.
Natürlich erkennt man bereits hier, dass das Konzept Raum für Weiterentwicklung besitzt. Doch als Fundament funktioniert das Hauptspiel bemerkenswert stabil.
Und genau dieses Fundament ist entscheidend für alles, was danach folgt.
Die Bühne für mehr
Dragon Ball Z Kakarot war nie als abgeschlossenes Einzelprojekt gedacht. Mit mehreren DLC-Pässen wurde das Spiel schrittweise erweitert.
Deshalb betrachten wir in dieser Reihe nicht nur das Hauptspiel isoliert, sondern analysieren es als Basis.
Teil 1 würdigt bewusst das Fundament.
Teil 2 widmet sich dem ersten DLC Pass und untersucht, wie konsequent dieser Ansatz fortgeführt wird.
Teil 3 beleuchtet den zweiten DLC Pass.
Teil 4 analysiert den aktuellen Daima DLC Pass.
Im abschließenden Teil 5 ziehen wir ein umfassendes Fazit über das Gesamtpaket und sprechen offen darüber, wo dieses Projekt sein enormes Potenzial voll ausschöpft und wo es hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt.
Für den Moment bleibt festzuhalten:
Dragon Ball Z Kakarot ist kein perfektes Spiel.
Aber es ist ein bedeutender Schritt für Anime-Adaptionen.
Ein Liebesbrief an die Z Saga.
Und ein Fundament, auf dem sich viel aufbauen ließ.
