Schulalltag, offene Welt und frühe 2000er erinnern an Bully, verfolgen aber eine eigene Richtung
Der Sommer ist bald vorbei, zumindest für Sam.
Agefield High: Rock the School erscheint am 12. August 2026 für PC über Steam. Eine Veröffentlichung für Konsolen ist ebenfalls geplant, einen konkreten Termin gibt es dafür bislang jedoch nicht.
Das Indie-Spiel versetzt uns zurück in die frühen 2000er und verbindet Schulalltag, offene Welt, Coming-of-Age-Geschichte und bewusst überdrehte Teenie-Komödie. Im Mittelpunkt steht Sam, der kurz vor seinem Abschluss mit seiner Familie in die Kleinstadt Agefield zieht.
Dort trifft er auf Kale und Axel. Die beiden wollen ihre letzten Monate an der Agefield High nicht unauffällig absitzen, sondern einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Ihr Plan trägt einen passenden Namen:
Rock the School.

Unterricht besuchen oder lieber Ärger machen?
Agefield High besitzt ein Zeit- und Schulsystem, das Sams Alltag strukturiert.
Unter der Woche soll er bis zum Nachmittag am Unterricht teilnehmen. Geplant sind fünf unterschiedliche Fächer: Englisch, Mathematik, Geografie, Deutsch und Musik.
Wer keine Lust auf Unterricht hat, kann die Schule aber auch schwänzen und stattdessen die Stadt erkunden, Nebenmissionen erledigen oder anderweitig für Chaos sorgen.
Ganz folgenlos bleibt das nicht.
Lehrer und Polizei sollen auf Regelverstöße reagieren. Damit liegt es bei uns, ob Sam als halbwegs vorbildlicher Schüler durch das Abschlussjahr kommt oder sich zum Albtraum der gesamten Schule entwickelt.
Eine kompakte offene Welt
Die Spielwelt umfasst nicht nur das Gelände der Agefield High.
Erkundbar sind außerdem zwei Wohnviertel, das Stadtzentrum und die umliegende Landschaft. Dort können wir Hauptmissionen verfolgen, Nebenjobs annehmen und Geld verdienen.
Das verdiente Geld lässt sich unter anderem für Kleidung, Fahrräder, Frisuren, Tattoos und weitere Accessoires ausgeben.
Agefield High möchte damit nicht nur eine lineare Schulgeschichte erzählen. Das Spiel soll uns einen gewissen Freiraum geben, Sams Alltag und Auftreten selbst zu gestalten.
Der angekündigte Umfang bleibt dabei bewusst überschaubar. Die Geschichte soll etwa acht bis zehn Stunden dauern und umfasst laut Presskit 32 Hauptmissionen, 15 Nebenmissionen und Aktivitäten sowie zwei unterschiedliche Enden.
Die Vergleiche mit Bully sind unvermeidbar
Sobald ein Spiel Unterricht, Schulschwänzen, offene Stadtgebiete, Fahrräder und Ärger mit Autoritätspersonen verbindet, fällt zwangsläufig ein Name:
Bully von Rockstar Games.
Rockstars Schulabenteuer, in Deutschland ursprünglich als Canis Canem Edit veröffentlicht, hat bis heute einen besonderen Stellenwert. Nicht nur wegen seiner Schule, sondern weil Bullworth Academy wie ein eigener kleiner Kosmos wirkte.
Unterricht war dort nicht nur Kulisse. Klassen bestanden aus eigenen Minispielen. Schulregeln, Tageszeiten, Autoritätspersonen und verschiedene Schülergruppen beeinflussten den Alltag. Gleichzeitig konnten wir die Stadt erkunden, Nebenaufgaben erledigen, Streiche spielen und uns einen Ruf innerhalb verschiedener Gruppen aufbauen.
Agefield High greift mehrere dieser Grundideen auf.
Schulpflicht.
Unterricht.
Eine frei erkundbare Umgebung.
Fahrräder.
Nebenjobs.
Lehrer und Polizei.
Ein jugendlicher Protagonist, der zwischen Abschluss und Eskalation steht.
Damit liegt der Vergleich auf der Hand.
Agefield High ist trotzdem kein Bully 2
Unsere Erwartungen sollten aber realistisch bleiben.
Agefield High entsteht bei einem vergleichsweise kleinen Indie-Team. Es soll kein gigantischer Rockstar-Nachfolger werden und offenbar auch nicht dieselbe systemische Tiefe wie Bully erreichen.
Der Fokus scheint stärker auf einer kompakten Geschichte zu liegen, die von frühen 2000er-Komödien inspiriert ist. Im Presskit wird die Mischung sinngemäß zwischen Bully, klassischer Teenie-Komödie und Coming-of-Age-Abenteuer eingeordnet.
Das bedeutet: weniger großes Schulsimulations-Epos, mehr überschaubare Open World mit klarer Geschichte, Humor, Freundschaft, Rebellion und Pop-Punk-Stimmung.
Gerade darin kann die eigene Stärke liegen.
Agefield High muss Bully nicht übertreffen. Es muss überzeugend vermitteln, wie es sich anfühlt, Anfang der 2000er als Teenager in einer kleinen amerikanischen Stadt aufzuwachsen und die letzten Monate der Schulzeit entweder halbwegs vernünftig oder komplett chaotisch zu verbringen.
Was Agefield High von Bully unterscheiden könnte
Bully lebte stark von seiner Schule, seinen unterschiedlichen Gruppen und Rockstars typischem satirischen Blick auf Autorität und Gesellschaft.
Agefield High scheint stärker auf die Stimmung klassischer Teenie-Komödien zu setzen.
Freundschaft.
Liebe.
Rebellion.
Schulpartys.
Pop-Punk.
Der Wunsch, vor dem Abschluss noch etwas Bedeutendes zu erleben.
Damit könnte sich das Spiel weniger wie ein direkter Bully-Nachfolger und mehr wie eine spielbare 2000er-Komödie anfühlen.
Auch die zwei möglichen Enden sprechen dafür, dass die Entscheidungen und Sams Auftreten zumindest einen gewissen Einfluss auf den Abschluss seiner Geschichte haben sollen.
Wie weit diese Konsequenzen tatsächlich reichen, bleibt jedoch noch offen.
Unsere Erwartungen an Agefield High
Die Grundidee macht uns neugierig.
Gerade weil seit Bully kaum ein Spiel versucht hat, Schulalltag, offene Welt und jugendliche Rebellion in dieser Form miteinander zu verbinden.
Entscheidend wird aber sein, wie gut die einzelnen Systeme zusammenspielen.
Der Schulalltag muss Bedeutung haben
Unterricht darf nicht nur aus kurzen Minispielen bestehen, die wir einmal absolvieren und danach vergessen.
Gute Noten, Fehlzeiten und geschwänzte Stunden sollten Auswirkungen haben. Lehrer könnten anders auf Sam reagieren. Bestimmte Missionen könnten nur zu bestimmten Zeiten verfügbar sein. Schlechte Leistungen könnten zuhause oder innerhalb der Geschichte Konsequenzen auslösen.
Erst dann würde sich das Zeit- und Schulsystem nach mehr als einer netten Idee anfühlen.
Die offene Welt darf nicht nur aus Wegen bestehen
Die angekündigte Spielwelt ist kleiner als bei klassischen AAA-Titeln. Das kann ein Vorteil sein.
Eine kompakte Welt kann lebendiger wirken als eine riesige Karte, wenn sie mit Ereignissen, Figuren und kleinen Entdeckungen gefüllt ist.
Wir erwarten keine gewaltige Metropole.
Wir erwarten eine Stadt, in der man Mitschüler wiedererkennt, Lehrer außerhalb der Schule trifft und das Gefühl bekommt, dass Agefield auch ohne Sam weiterlebt.
Missionen müssen abwechslungsreich bleiben
32 Hauptmissionen und 15 Nebenaktivitäten klingen für eine Spielzeit von acht bis zehn Stunden ordentlich.
Entscheidend ist aber nicht nur die Anzahl.
Wenn jede Mission daraus besteht, zu einem Marker zu fahren, eine kurze Aufgabe zu erledigen und anschließend zurückzukehren, dürfte sich der Ablauf schnell wiederholen.
Wir hoffen deshalb auf unterschiedliche Szenarien rund um Unterricht, Freundschaften, Rivalitäten, Partys, Streiche, Nebenjobs und den eigentlichen Rock-the-School-Plan.
Der Humor muss mehr können als nur laut sein
Das Spiel wirbt mit dem Humor früher 2000er-Komödien.
Diese Filme waren bewusst übertrieben, geschmacklos und häufig wenig zurückhaltend. Genau diese Stimmung kann funktionieren, wenn Agefield High gleichzeitig sympathische Figuren und ein Gespür für seine Zeit besitzt.
Nur alte Klischees und derbe Witze zu wiederholen, dürfte dagegen nicht reichen.
Das Spiel braucht Charaktere, an die wir uns erinnern. Sam, Kale und Axel müssen mehr sein als reine Comedy-Werkzeuge.
Technische Qualität wird entscheidend
Refugium Games spricht im eigenen Presskit offen über die schwierige Veröffentlichung von Greyhill Incident und die Kritik, die das Studio daraus mitgenommen hat.
Entsprechend werden wir besonders auf technische Stabilität, Animationen, künstliche Intelligenz und allgemeines Missionsdesign achten.
Die Idee von Agefield High ist stark genug, um Aufmerksamkeit zu erzeugen.
Nun muss die Umsetzung zeigen, dass das Team aus früheren Erfahrungen gelernt hat.
Unsere erste Einordnung
Agefield High: Rock the School weckt sofort Erinnerungen an Bully.
Das ist gleichzeitig Chance und Risiko.
Spieler warten seit Jahren auf ein neues Schulabenteuer mit offener Welt. Agefield High tritt damit in eine Lücke, die Rockstar bislang nicht erneut gefüllt hat.
Trotzdem sollte niemand ein inoffizielles Bully 2 erwarten.
Agefield High wirkt kleiner, kompakter und stärker auf die Stimmung früher 2000er-Komödien konzentriert. Genau dadurch kann es eine eigene Identität entwickeln.
Unsere Erwartungen sind deshalb vorsichtig positiv.
Wir wünschen uns keinen riesigen Schul-Sandkasten.
Wir wünschen uns eine glaubwürdige kleine Welt, abwechslungsreiche Missionen, sinnvolle Konsequenzen und Figuren, mit denen wir Sams letztes Schuljahr wirklich erleben wollen.
Sollte Refugium Games diese Punkte zusammenbringen, könnte Agefield High: Rock the School genau das ungewöhnliche Indie-Spiel werden, auf das Fans von Bully und klassischen Teenie-Komödien lange gewartet haben.
Agefield High: Rock the School erscheint am 12. August 2026 über Steam. Der Termin der Konsolenversion wird später bekannt gegeben.






