Season Pass 2 zwischen Ursprung, Risiko und offener Frage
Nach dem ersten Season Pass, der mit dem Trunks Kapitel seinen stärksten Moment fand, steht Season Pass 2 vor einer anderen Aufgabe. Er erweitert nicht nur. Er greift tiefer in das Erbe von Dragon Ball ein.
Drei DLCs bilden diesen Pass.
Bardock Alone Against Fate
23rd World Tournament
Goku’s Next Journey
Drei Perspektiven, die sich bewusst anders anfühlen als die Inhalte davor und gerade deshalb verdienen sie eine genauere Betrachtung.
Bardock Alone Against Fate
Der Anfang vor dem Anfang
Der Auftakt von Season Pass 2 führt uns zurück zu Bardock und nach Planet Vegeta. Und erstmals fühlt sich ein DLC Gebiet wirklich neu an. Planet Vegeta ist kein Remix, sondern ein eigener Raum mit NPCs, Gebäuden, Nebenmissionen und spürbarer Atmosphäre.
Inszenatorisch bleibt CyberConnect2 verlässlich. Cutscenes, Musik und Präsentation sitzen. Dazu kommen Bosskämpfe, die sich deutlich abheben, allen voran Freezer in seiner ersten Form, einer der stärksten Kämpfe im gesamten Spiel.
Gleichzeitig entsteht hier ein Spannungsfeld. Bardock wird als Kämpfer und Vater gezeigt, doch die moralische Härte der Saiyajins bleibt zunächst eher im Hintergrund und wird erst später klarer angedeutet.
Spielerisch setzt der DLC stärker auf Gruppenkämpfe. Das bringt Abwechslung, doch in der Häufung verliert es etwas von der Intensität, die die besten Eins gegen Eins Momente auszeichnet.
Bardock Alone Against Fate ist hochwertig produziert. Es wirkt aber eher wie ein Übergang, nicht wie der Höhepunkt des Passes.
23rd World Tournament
Der mutigste Schritt
Dann kommt das Kapitel, das sich am stärksten vom bisherigen Kakarot Gefühl absetzt. 23rd World Tournament bringt Original Dragon Ball in den Mittelpunkt und führt ein neues Kampffundament ein. Bodenkampf statt Flugdominanz.
Das System fühlt sich frischer an, weil es neue Prioritäten setzt. Positioning, Sprungtiming, Launcher Kombos, Ring Out Regeln. Goku spielt sich hier wie eine neue Figur. Tenshinhan ist spielbar, und man merkt, dass dieser Abschnitt bewusst anders gedacht wurde.
Die Hauptstory ist kompakt, aber konzentriert. Kaum Füllmaterial, viele direkte Kämpfe, klare Dramaturgie. Dadurch wirkt es nicht groß, aber konsequent.
Natürlich gibt es Reibungspunkte. Das Ring Out System wirkt stellenweise nicht optimal erklärt. Knockdowns nehmen manchen Storykämpfen Spannung. Trotzdem ist dieser DLC ein Statement.
Er ist vielleicht nicht der längste Inhalt, aber einer der mutigsten.

Goku’s Next Journey
Ein riskanter Abschluss
Mit Goku’s Next Journey widmet sich Season Pass 2 dem Ende von Z. Dem Zeitsprung nach Kid Buu, dem 28. Turnier und Uub.
Das Problem ist hier nicht die Umsetzung, sondern die Ausgangslage. End of Z ist als Arc kurz und lebt vom Gefühl eines Abschieds. Um daraus ein vollwertiges DLC zu machen, erweitert das Spiel den Abschnitt mit Nebenmissionen und einer Bonus Saga.
Inszenierung und Cutscenes funktionieren. Manche Momente gehören zu den cinematisch stärkeren Sequenzen der DLC Inhalte. Spielerisch kombiniert der DLC Bodenkampf und Flug, also Systeme, die zuvor aufgebaut wurden.
Und trotzdem bleibt ein Punkt hängen, der eher erzählerisch ist als mechanisch. Im Kontext von Dragon Ball Super wirkt End of Z heute anders. Dieses DLC entscheidet sich bewusst dagegen, eine Brücke zu schlagen und bleibt beim klassischen Z Abschluss.
Das ist respektvoll. Aber es lässt Fragen offen.
Season Pass 2 als Gesamtbild
Season Pass 2 wirkt experimenteller als Season Pass 1.
Bardock Alone Against Fate erweitert die Welt und liefert starke Bossmomente.
23rd World Tournament erfindet das Kampfsystem teilweise neu und zeigt, was Fokus leisten kann.
Goku’s Next Journey versucht einen würdigen Abschluss zu gestalten, auch wenn das moderne Dragon Ball Universum heute größer ist als damals.
Nicht jeder Teil ist gleich stark. Nicht jeder Teil ist gleich mutig. Aber es ist spürbar, dass hier mehr ausprobiert wurde.
Gerade das Turnier Kapitel zeigt, was passiert, wenn Konsequenz wichtiger ist als reine Spielzeit. Und gerade im End of Z Kapitel merkt man, wie schwer es ist, einen Abschluss neu zu erzählen, der inzwischen in einem erweiterten Universum steht.
Der Blick nach vorne
Mit Season Pass 2 zeigt Kakarot zwei Seiten. Es kann sich weiterentwickeln. Es kann neue Systeme einführen. Es kann hochwertige Arc Qualität liefern. Gleichzeitig bleibt die größte Stärke dort, wo Inszenierung und emotionale Chronik zusammenkommen.
Im nächsten Teil unserer Reihe widmen wir uns dem aktuellen Daima DLC Pass. Und dort wird sich zeigen, ob Kakarot weiter experimentiert oder ob es versucht, die Reise noch einmal neu zu bündeln.
Am Ende dieser Reihe folgt unser finales Fazit.
Für jetzt bleibt:
Season Pass 2 ist nicht gleichmäßig, aber er ist der mutigste Abschnitt dieser gesamten Kakarot Reise.



