My Hero Academia: All’s Justice ist der dritte Teil der Ones Justice Reihe und zugleich der ambitionierteste. Das Spiel schließt die Geschichte von My Hero Academia mit dem bislang umfangreichsten Singleplayer Angebot der Serie ab und stellt das Kampfsystem grundlegend neu auf. Nicht jeder Modus erreicht dabei dasselbe Niveau, und technische Schwächen trüben das Gesamtbild. Unterm Strich markiert All’s Justice dennoch einen klaren Schritt nach vorn.
Kampfsystem: Mehr Kontrolle, mehr Tiefe
All’s Justice setzt erstmals auf ein 3v3 Tag System. Das Spielgefühl ist spürbar direkter und geerdeter als in den Vorgängern. Schnellere Aktionen, der Verzicht auf Doppelsprung und Dash Cancels sowie eine universelle Abwärtsbewegung verändern das Kampftempo deutlich. Gerade Veteranen müssen alte Gewohnheiten ablegen, erhalten dafür aber mehr Kontrolle über Raum, Positionierung und Timing.
Das Tag System ist der Kern des Gameplays. Charaktere können nahezu jederzeit gewechselt werden, selbst aus Kombos oder defensiven Situationen heraus. Dadurch entsteht ein starker Fokus auf Team Synergien und Ressourcenmanagement. Wer seine drei Figuren sinnvoll kombiniert, bestimmt den Rhythmus eines Matches.
Ergänzt wird das System durch Rising. Jeder Charakter besitzt eine eigene Power Phase mit individuellen Effekten. Während Rising aktiv ist, ist kein Tag Wechsel möglich. Der Charakter kämpft alleine, gewinnt dafür aber deutlich an Stärke. Diese Einschränkung sorgt für Balance und zwingt zu bewussten Entscheidungen.
Roster: Größe mit echter Identität
Zum Launch stehen 68 Charaktere zur Verfügung, davon 19 Neuzugänge. Beeindruckend ist nicht nur die Anzahl, sondern die spielerische Vielfalt. Figuren folgen keinem starren Baukastenprinzip. Tokoyami verändert sein Spiel je nach Zustand von Dark Shadow grundlegend. All For One dominiert mit Zoning und Kontrolle. Andere Charaktere benötigen Setup, Raum oder präzises Timing, um ihr Potenzial zu entfalten.
Auto Kombos erleichtern den Einstieg, schöpfen das System aber nicht aus. Wer sich mit Mechaniken und Eigenheiten beschäftigt, wird mit echter Tiefe belohnt.
Kombos und Damage Scaling
Der Wegfall der Dash Cancels sorgt für klarere, kürzere Kombos. Für Fans der Vorgänger fühlt sich das anfangs restriktiv an. Das Tag System gleicht dies jedoch aus, indem es Team Kombos ermöglicht.
Gleichzeitig setzt das Spiel klare Grenzen. Kein Charakter kann mehr als 80 Prozent einer Lebensleiste in einer einzelnen Kombo verursachen. Auch Tag Kombos unterliegen starkem Scaling. Touch of Death Szenarien werden so verhindert. Matches bestehen aus mehreren Interaktionen statt einem einzigen Fehler. Strategisch lohnt es sich, Ressourcen über mehrere Trefferphasen zu verteilen.
Das Kampfsystem ist insgesamt die größte Stärke des Spiels und ein klares Upgrade gegenüber den Vorgängern.
Singleplayer: Groß, aber nicht durchgehend stark
All’s Justice bietet vier zentrale Einzelspielermodi.
Der Story Modus adaptiert den finalen Kriegsarc. Die Inszenierung ist hochwertig, mit mehr echten Cutscenes und aufwendig produzierten CG Sequenzen als je zuvor.
Archive Battle versammelt ikonische Kämpfe aus früheren Abschnitten und kombiniert sie mit Zeitlimits. Gerade die späteren Herausforderungen gehören zu den härtesten der Reihe.
Team Up Mission ist der umfangreichste Modus, aber auch der schwächste. Wiederholende Strukturen, zufällig generierte Nebenquests und lange Ladezeiten bremsen den Spielfluss. Das häufig eingesetzte Superarmor System der Gegner verlangsamt Kämpfe zusätzlich.
Hero’s Diary bietet kurze Nebengeschichten mit geringem spielerischem Anspruch. Für Fans eine nette Ergänzung, spielerisch jedoch verzichtbar.
Archive Battle versammelt ikonische Kämpfe aus früheren Abschnitten und kombiniert sie mit Zeitlimits. Gerade die späteren Herausforderungen gehören zu den härtesten der Reihe.
Team Up Mission ist der umfangreichste Modus, aber auch der schwächste. Wiederholende Strukturen, zufällig generierte Nebenquests und lange Ladezeiten bremsen den Spielfluss. Das häufig eingesetzte Superarmor System der Gegner verlangsamt Kämpfe zusätzlich.
Hero’s Diary bietet kurze Nebengeschichten mit geringem spielerischem Anspruch. Für Fans eine nette Ergänzung, spielerisch jedoch verzichtbar.
Der Umfang stimmt, die Qualität schwankt.
Technik und Online
Auf der PlayStation 5 zeigen sich spürbare Performance Probleme. Änderungen der Tageszeit können kurze Freezes auslösen, in intensiven Kämpfen treten Frame Drops auf. Diese Probleme betreffen sowohl den Singleplayer als auch Online Matches.
Online stehen neun Arenen zur Verfügung, nicht alle eignen sich für kompetitives Spiel. Ranked Matches sind strenger als zuvor, Niederlagen kosten Punkte, die Stage Auswahl bleibt jedoch zufällig. Das Matchmaking bietet nur eingeschränkte Filtermöglichkeiten.
Der delaybasierte Netcode läuft stabil, bleibt aber technisch limitiert.
Der delaybasierte Netcode läuft stabil, bleibt aber technisch limitiert.
Anpassungen und Präsentation
Der Trainingsmodus erfüllt seinen Zweck, bietet aber keine besonderen Analysewerkzeuge. Anpassungsoptionen sind umfangreich, von Kostümen über Sprachoptionen bis zur HUD Gestaltung. Einige Designentscheidungen wirken unglücklich, etwa dass gegnerische HUD Einstellungen die Übersicht beeinflussen können. Steuerungspräferenzen werden nicht dauerhaft gespeichert, Musik lässt sich nicht vollständig deaktivieren.
Die englische und japanische Sprachausgabe sind hochwertig und tragen stark zur Atmosphäre bei.
Fazit
My Hero Academia: All’s Justice ist das bislang stärkste Spiel der Reihe. Das Kampfsystem ist durchdacht, das Roster vielseitig und der Singleplayer umfangreich.
Gleichzeitig verhindern technische Schwächen, inkonsistente Modi und fragwürdige Online Entscheidungen den ganz großen Wurf.
Für Fans der Serie ist das Spiel klar empfehlenswert. Für kompetitive Spieler bleibt die technische Stabilität der entscheidende Faktor.
Für Fans der Serie ist das Spiel klar empfehlenswert. Für kompetitive Spieler bleibt die technische Stabilität der entscheidende Faktor.
Unsere Wertung: 8 von 10
