Dragon Ball Gekishin Squadra steht nach seinem ersten Jubiläum vor der bislang größten Veränderung seiner Geschichte. Die Ankündigung des großen Overhauls liegt inzwischen gut eine Woche zurück, Season 7 startet am 9. September und mit etwas Abstand wird erst richtig deutlich, wie radikal Bandai Namco das eigene Spiel umbauen möchte.
Eigentlich hätte das erste Jubiläum problemlos Super Gogeta, neue Helper, Events und jede Menge kostenlose Belohnungen feiern können.
Doch all das steht inzwischen im Schatten einer wesentlich größeren Nachricht.
Die bisherige Top Down Perspektive verschwindet. Der zentrale Spielmodus wird ersetzt. NPCs, Bossgegner und der bisherige Fortschritt innerhalb einer Partie fallen weg. Rollen und Fähigkeiten werden überarbeitet und selbst die grundlegende Frage, wie eine Runde gewonnen wird, ändert sich.
Gekishin Squadra bekommt nicht einfach ein großes Update. Das Spiel wird in wesentlichen Teilen neu gedacht.
Nach den ersten Reaktionen bleibt deshalb vor allem eine Frage:
Kann dieser Neustart Squadra langfristig helfen oder verschwindet dabei genau das, was das Spiel bisher besonders gemacht hat?
Bandai Namco erklärt selbst, warum kleine Updates nicht mehr reichen
Einer der interessantesten Punkte an der gesamten Ankündigung war für uns nicht irgendein neuer Charakter.
Es war die Begründung des Entwicklerteams.
Bandai Namco erklärt inzwischen offen, dass gerade die strategische Tiefe und das benötigte Spielwissen eine große Lücke zwischen erfahrenen Spielern und Neueinsteigern geschaffen hätten. Neue Spieler seien dadurch häufiger in einseitigen Partien gelandet und hätten eine hohe Einstiegshürde erlebt.
Das bisherige Spielerlebnis habe dadurch nicht vollständig dem entsprochen, was das Team erreichen wollte.
Das ist eine bemerkenswert klare Aussage.
Natürlich kann man daraus ableiten, dass das bisherige Konzept seine Ziele nicht vollständig erreicht hat.
Man kann die Entscheidung aber auch anders betrachten.
Bandai Namco hätte Squadra einfach weiterlaufen lassen können.
Neue Helden.
Neue Skins.
Ein paar Balance Änderungen.
Nächste Season.
Stattdessen wird das Grundgerüst aufgebrochen.
Das ist riskanter, aber zumindest konsequent.
Aus dem MOBA wird ein direkteres Dragon Ball Teamspiel
Die offensichtlichste Veränderung betrifft die Kamera.
Gekishin Squadra wird künftig nicht mehr aus der bisherigen Top Down Perspektive gespielt.
Die Kamera wandert hinter den eigenen Charakter.
Allein dadurch verändert sich die Wirkung des Spiels enorm.
Charaktermodelle, Attacken, Animationen und Skins stehen deutlich stärker im Vordergrund und das Geschehen wirkt wesentlich näher an klassischen Third Person Actionspielen.
Das passt natürlich zu Dragon Ball.
Wenn Son Goku, Vegeta, Piccolo oder Gogeta mit spektakulären Attacken aufeinander losgehen, möchte man davon möglichst viel sehen.
Bandai Namco nennt genau das als einen der Gründe für die Änderung. Die bisherige Perspektive habe es erschwert, die Intensität der Kämpfe und die Dragon Ball Welt ausreichend zu vermitteln.
Die neue Kamera ist aber nur die sichtbarste Veränderung.
Der eigentliche Umbau geht wesentlich tiefer.
Das bisherige Gekishin Regelwerk verschwindet
Mit dem Overhaul wird auch der aktuelle zentrale Spielmodus eingestellt.
Bislang geht es nicht ausschließlich darum, das gegnerische Team zu besiegen.
NPCs, Bosse, Fortschritt innerhalb einer Partie, verschiedene Objectives und die Götter der Zerstörung greifen ineinander.
Das soll nach dem Neustart erheblich einfacher werden.
Das neue Kernziel lautet:
Dragon Balls sammeln.
Innerhalb eines festgelegten Zeitraums kämpfen beide Teams darum, möglichst viele Dragon Balls für sich zu sichern. Wer am Ende mehr davon besitzt, gewinnt.
Das verändert die Struktur enorm.
Kämpfen bleibt wichtig.
Aber auch die Entscheidung, wann wir uns auf einen Gegner konzentrieren, wann wir uns zurückziehen und wann wir lieber das eigentliche Objective verfolgen, soll weiterhin eine Rolle spielen.
Der große Unterschied liegt in der Verständlichkeit.
Was eine Partie erreichen möchte, lässt sich künftig innerhalb weniger Sekunden erklären.
Genau darin liegt offensichtlich ein Teil der Strategie hinter dem Umbau.
Zugänglicher bedeutet nicht automatisch besser
Und genau hier beginnt die eigentliche Diskussion.
Gekishin Squadra war gerade deshalb interessant, weil es nicht einfach das nächste Dragon Ball Kampfspiel sein wollte.
Der MOBA Ansatz verlieh dem Titel eine eigene Position zwischen Xenoverse, FighterZ, Sparking Zero und den vielen anderen Dragon Ball Spielen.
Rollen.
Objectives.
NPCs.
Fortschritt innerhalb der Partie.
Taktische Aufgabenverteilung.
Viele dieser Dinge werden jetzt entweder entfernt oder stark verändert.
Das kann Squadra zugänglicher machen.
Es kann aber ebenso dazu führen, dass das Spiel einen Teil seiner bisherigen Identität verliert.
Unser Review Partner hat das neue Prinzip sehr vereinfacht als eine Art Capture the Flag mit Dragon Balls beschrieben.
Natürlich ist das keine offizielle Genrebezeichnung.
Aber der Vergleich zeigt ziemlich gut, wie stark sich das Spielgefühl verändern könnte.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht:
Wird Squadra einfacher?
Sondern:
Bleibt genug taktische Tiefe übrig, damit die Partien auch nach vielen Stunden noch interessant sind?
Die bestehende Community ist beim Overhaul längst gespalten
Die Tage nach der Ankündigung zeigen bereits, wie sensibel dieser Punkt ist.
Gerade unter Spielern, die Squadra wegen seines MOBA Charakters mögen, fällt die Reaktion teilweise deutlich kritisch aus.
In Community Diskussionen wird vor allem bemängelt, dass das bisherige Regelwerk vollständig verschwindet und nicht wenigstens als klassischer Modus erhalten bleibt. Manche Spieler sehen gerade Top Down Perspektive, Objectives und die Rollenstruktur als das an, was Squadra überhaupt von anderen Dragon Ball Spielen unterschieden hat.
Gleichzeitig gibt es auch Spieler, die verstehen, warum Bandai Namco diesen Weg einschlägt oder hoffen, dass ein direkteres System mehr Menschen erreicht.
Genau darin steckt das Problem.
Bandai Namco möchte neue und zurückgekehrte Spieler gewinnen, ohne die bisherige Community vollständig zu verlieren.
Ob das funktioniert, dürfte entscheidender sein als jede einzelne neue Mechanik.
Auch die Helden werden nicht einfach übernommen
Der Wechsel betrifft deshalb auch die Charaktere selbst.
Die bisherigen Rollen Damage, Tank und Technical sollen überarbeitet beziehungsweise durch ein neues System ersetzt werden.
Auch Fähigkeiten werden an die neuen Regeln angepasst.
Bei manchen Helden kann sich sogar die Anzahl ihrer verfügbaren Skills verändern.
Das ergibt Sinn.
Ein Charakter, der für ein Top Down MOBA entwickelt wurde, funktioniert aus einer direkten Third Person Perspektive nicht zwangsläufig genauso gut.
Die eigentliche Herausforderung steckt deshalb vermutlich weniger in der Kamera als darin, einen kompletten Kader an ein neues Spielgefühl anzupassen.
Wir würden tatsächlich zurückkehren
Für uns ist genau dieser Punkt besonders interessant.
Wir haben Gekishin Squadra zunächst gerne gespielt.
Irgendwann verloren wir allerdings das Interesse.
Partien fühlten sich für uns zunehmend ähnlich an. Innerhalb der jeweiligen Rollen kristallisierten sich Figuren heraus, die sich wesentlich sinnvoller anfühlten als andere und der langfristige Grind verlangte irgendwann mehr Zeit, als wir investieren wollten.
Eine neue Kamera löst diese Probleme natürlich nicht automatisch.
Auch im gezeigten Material erkennt man verschiedene Animationen und Attacken aus dem bisherigen Squadra wieder.
Trotzdem gehen die Änderungen weit genug, dass wir uns das neue Spiel ansehen möchte.
Wir würden zurückkehren.
Ob er anschließend bleibt, bezweifelt er aktuell noch.
Aber allein dieser Punkt zeigt, warum ein so drastischer Neustart für Bandai Namco überhaupt interessant sein könnte.
Kleinere Änderungen hätten ihn nicht zurückgebracht.
Der Overhaul schon.
MAX Super Attacks könnten sehr interessant werden
Mit den MAX Super Attacks kommt außerdem ein neues Anpassungssystem.
Spieler können damit den normalen Super Angriff eines Helden ersetzen.
Dabei verändert sich nicht nur die Inszenierung, sondern auch die spielerische Funktion der Attacke.
Grundsätzlich gefällt uns die Idee.
Dragon Ball lebt von einer gigantischen Auswahl bekannter Techniken. Wenn wir einzelne Figuren dadurch stärker nach unseren eigenen Vorlieben ausrichten können, entsteht zusätzliche Individualisierung.
Eine Frage bleibt allerdings offen:
Wie genau werden diese Attacken langfristig freigeschaltet?
MAX Super Attacks sollen über Capsules erhältlich sein.
Sobald über ein solches System Inhalte verteilt werden, die nicht nur kosmetisch sind, muss Bandai Namco transparent erklären, welche Wege zur Freischaltung existieren.
Kosmetische Inhalte sind das eine.
Spielerisch unterschiedliche Fähigkeiten sind etwas anderes.
Ob daraus tatsächlich ein Problem bei der Monetarisierung entsteht, lässt sich aktuell noch nicht seriös beurteilen.
Genau deshalb sollte Bandai Namco diesen Punkt vor dem Overhaul möglichst klar erklären.
Nicht jeder Held steht zum Neustart sofort bereit
Der Umfang des Umbaus hat noch eine weitere Konsequenz.
Beim Start der neuen Version wird nicht der komplette bisherige Kader unmittelbar verfügbar sein.
Die fehlenden Charaktere sollen schrittweise über Season 8 und Season 9 zurückkehren.
Für Spieler, die bestimmte Helden bereits freigeschaltet oder möglicherweise Geld für sie ausgegeben haben, klingt das zunächst verständlicherweise problematisch.
Bandai Namco hat allerdings zugesichert, dass bestehende Freischaltungen erhalten bleiben.
Wenn ein vorübergehend fehlender Charakter wieder verfügbar wird, muss er nicht erneut gekauft oder freigespielt werden.
Auch viele bestehende Anpassungen und Account Inhalte sollen übernommen werden.
Andere Systeme müssen aufgrund der neuen Regeln verändert werden.
Bei Gegenständen, die überhaupt nicht mehr sinnvoll übertragen werden können, ist eine Kompensation vorgesehen.
Wie fair diese letztlich ausfällt, werden wir erst beurteilen können, wenn Bandai Namco die vollständigen Details veröffentlicht.
Season 7 wirkt plötzlich wie der Abschluss einer Ära
Bevor all das passiert, startet am 9. September 2026 zunächst Season 7.
Eigentlich ist es die große Jubiläumsseason.
Nach der Overhaul Ankündigung fühlt sie sich aber fast wie ein letztes großes Fest für die bisherige Version des Spiels an.
Der wohl prominenteste Neuzugang ist wenig überraschend:
Super Gogeta.
Er kommt als Technical Hero und setzt stark auf präzises Ausweichen.
Ein erfolgreicher Vanishing Step verstärkt anschließend seinen nächsten Rush Angriff.
Das passt hervorragend zu Gogeta.
Schnell ausweichen, eine Öffnung erzeugen und unmittelbar zurückschlagen.
Interessant ist außerdem, dass Bandai Namco bereits gezeigt hat, wie Gogeta auch nach dem großen Umbau aussehen soll.
Er gehört damit zu den Figuren, die direkt in die Zukunft des Spiels mitgenommen werden.
Android 19, Para Para Brothers und San Shinron erweitern die letzte alte Season
Auch bei den Helpern und Bossen kommt neuer Inhalt.
Android 19 kann gegnerische Helden über längere Zeit deutlich schwächen.
Die Para Para Brothers wiederum setzen stärker auf Unterstützung und können innerhalb ihres Wirkungsbereichs dabei helfen, verbündete Figuren vor Entdeckung zu schützen.
Mit San Shinron bekommt Season 7 außerdem einen neuen Boss, der das eigentliche Spielfeld beeinflusst.
Seine Anwesenheit verwandelt Bereiche in Eisflächen und verändert dadurch die Bewegung der Spieler.
Genau solche Mechaniken gefallen uns grundsätzlich.
Ein Boss sollte nicht nur mehr Lebenspunkte besitzen und härter zuschlagen.
Wenn seine Anwesenheit die Art verändert, wie sich eine Partie spielt, entsteht wesentlich mehr Abwechslung.
Bis zu 140 kostenlose Capsules zum Jubiläum
Bandai Namco begleitet das Jubiläum außerdem mit mehreren Kampagnen.
Über bestimmte Zeiträume sollen insgesamt bis zu 140 kostenlose Capsules möglich sein.
Dazu kommen Jubiläumskampagnen, Login Belohnungen, verschiedene Events und weitere Aktionen.
Season 7 soll außerdem regelmäßige Updates erhalten.
Das ist gerade deshalb interessant, weil eines der Probleme unseres Review Partners die fehlende Abwechslung über längere Zeit war.
Ob diese letzte Season daran noch einmal grundsätzlich etwas ändert, wird sich zeigen.
Spätestens mit Season 8 beginnt ohnehin ein völlig neues Kapitel.
Europa hat inzwischen den ersten Weltmeister
Zwischen Jubiläum und Overhaul gab es außerdem noch einen sportlichen Erfolg.
Am 23. August wurde die erste Squadra Blast World Championship in Japan ausgetragen.
Teams aus mehreren Regionen traten gegeneinander an.
Am Ende setzte sich das europäische Team RamGoat durch und wurde damit erster Weltmeister in der Geschichte von Gekishin Squadra.
Ein schöner Erfolg für die europäische Szene.
Und gleichzeitig ein interessanter Kontrast:
Während sich gerade eine kompetitive Community rund um das bisherige Squadra etabliert, wird genau dieses Spielsystem wenige Monate später grundlegend verändert.
Ein riskanter Schritt ist besser als Stillstand
Je länger wir über den Overhaul nachdenken, desto mehr verstehen wir zumindest die Entscheidung dahinter.
Nicht zwangsläufig jede einzelne Änderung.
Aber die Entscheidung, überhaupt so weit zu gehen.
Bandai Namco hätte Squadra einfach weiterlaufen lassen können.
Neue Charaktere.
Neue Seasons.
Neue Skins.
Und hoffen, dass irgendwann wieder mehr Spieler kommen.
Stattdessen akzeptiert das Team, dass bestimmte Probleme nicht mit einem Balance Patch verschwinden.
Das bisherige Regelwerk hat eine hohe Einstiegshürde geschaffen. Rollen haben teilweise eingeschränkt, welche Lieblingsfiguren sinnvoll gespielt werden konnten. Die Kamera vermittelte laut Entwicklerteam nicht ausreichend die Intensität eines Dragon Ball Kampfes. Verschiedene Systeme waren für neue Spieler schwer nachvollziehbar.
Also wird umgebaut.
Das kann scheitern.
Bestehende Spieler könnten abspringen.
Neue Spieler könnten trotzdem nicht lange bleiben.
Und wenn sich das neue Squadra zu stark wie andere Dragon Ball Spiele anfühlt, verliert es womöglich genau das Merkmal, das es bislang besonders gemacht hat.
Trotzdem gilt für uns:
Ein riskanter Schritt ist besser als Stillstand.
Jetzt muss Bandai Namco beweisen, dass hinter diesem Risiko auch ein besseres Spiel steckt.
Unser Fazit zum Dragon Ball Gekishin Squadra Overhaul
Gut eine Woche nach dem SQUADRA Talk wirkt die Ankündigung nicht weniger radikal.
Eher im Gegenteil.
Dragon Ball Gekishin Squadra verabschiedet sich zum Jahresende von einem erheblichen Teil dessen, was das Spiel bisher definiert hat.
Top Down wird Third Person.
Das bestehende Gekishin Regelwerk verschwindet.
Die bisherige Rollenstruktur wird verändert.
Helden und Fähigkeiten werden angepasst.
Das zentrale Matchziel wird verständlicher und konzentriert sich stärker auf direkte Kämpfe und das Sammeln von Dragon Balls.
Dass ein Teil der bestehenden Community damit nicht glücklich ist, überrascht uns nicht.
Squadra wird schließlich nicht einfach verbessert.
Es verändert seine Identität.
Gleichzeitig verstehen wir, warum Bandai Namco diesen Weg versucht.
Beim bisherigen Konzept gab es Probleme, die sich offenbar nicht mehr mit kleineren Änderungen lösen ließen.
Und zumindest bei uns hat die Ankündigung bereits etwas geschafft:
Wir möchten nach längerer Pause wieder spielen.
Vielleicht ist genau das der erste kleine Erfolg dieses Neustarts.
Gekishin Squadra muss jetzt nicht nur bestehende Fans überzeugen.
Es muss Menschen einen Grund geben, noch einmal hinzusehen.
Bei uns hat das funktioniert.
Ob daraus tatsächlich eines der ungewöhnlichsten Comebacks eines Dragon Ball Spiels wird oder ob Bandai Namco beim Umbau zu viel von der bisherigen Identität verliert, können wir aktuell noch nicht beantworten.
Aber über Squadra wird wieder gesprochen.
Jetzt muss das neue Spielgefühl zeigen, ob diese Aufmerksamkeit auch bleibt.