Einige Wochen nach dem Release sind wir noch einmal bewusst in die Creator Perspektive gegangen. In der letzten Woche haben wir dafür mit Melanie, besser bekannt als Mehluxka, und mit Lazar gesprochen. Beide haben Code Vein 2 bereits begonnen, und wir wollten wissen, wo sich ihre Wahrnehmung deckt und wo sich klare Gegensätze zeigen, gerade weil beide dieselben Fragen beantwortet haben.
Spielstand und Ausgangslage: zwei Blickwinkel, gleiche Basis
Lazar war zum Interviewzeitpunkt bei rund drei Stunden und hatte den Boss des ersten größeren Gebiets besiegt.
Melanie war bereits deutlich weiter, rund acht Stunden, zweite Map, bewusstes Farmen und die nächste große Mission im Blick.
Das ist wichtig für die Einordnung: Beide sprechen über den frühen bis mittleren Eindruck, aber aus unterschiedlicher Tiefe. Lazar bewertet stärker das Fundament und das erste „fasst sich gut an“ Gefühl. Melanie kann schon mehr über Flow, Struktur und Langzeitmotivation im Erkundungsloop sagen.
Einstieg: sofort zu Hause versus reinfuchsen bis zum Grind
Beim Einstieg zeigen sich direkt zwei Pole.
Lazar war sofort drin, weil er Code Vein 2 stark über den Soulslike Zugang liest und er genau darin geübt ist. „Ich bin direkt ins Spiel reingekommen, da es vom Spielprinzip sehr an die Spiele des Entwicklers Fromsoft Games erinnert, wie z.B. Dark Souls oder Elden Ring.“
Melanie beschreibt dagegen eine klare Anlaufphase. „Auch bei Code Vein 2 musste ich mich erst ein wenig reinfuchsen. Nach etwa zwei Stunden war ich dann aber komplett drin, im absoluten Grind Modus, und wollte gar nicht mehr aufhören, die Welt zu erkunden.“
Überschneidung ist trotzdem da: Beide berichten am Ende von einem sehr stabilen „Ich bin drin“ Zustand. Der Weg dahin ist nur unterschiedlich, einmal über sofortige Genre Routine, einmal über Lernkurve bis Sog.
Vergleich zum Vorgänger: keine Referenz versus persönliche Entwicklung
Hier ist der Gegensatz am klarsten, weil die Ausgangslage komplett anders ist.
Lazar hat Code Vein 1 nicht gespielt. „Ich habe den Vorgänger von Code Vein 2 nicht gespielt.“
Sein Vergleich ist dadurch automatisch eher zu Dark Souls und Elden Ring als zu Code Vein 1.
Melanie hat den ersten Teil angespielt, aber sie betont, dass der größere Unterschied nicht das Spiel selbst ist, sondern sie als Spielerin. „Der große Unterschied für mich ist, dass ich vor Code Vein 2 bereits Elden Ring gespielt habe. Dadurch fühlen sich die ersten Gegner und Bosse in Code Vein 2 für mich bisher überraschend leicht an.“
Das ist spannend, weil es denselben Referenzpunkt berührt, aber aus anderer Richtung: Lazar sagt sinngemäß, Souls Erfahrung trägt ihn sofort ins Spiel. Melanie sagt, Souls Erfahrung verschiebt ihre Schwierigkeitsskala nach unten, zumindest am Anfang.
Gameplay und Kampfsystem: forderndes Timing, aber anders begründet
Beim Kern, dem Kampf, treffen sie sich wieder deutlich, nur mit anderem Fokus.
Lazar beschreibt das Kampfsystem als Mischung aus Strategie und Reflexen, mit sehr harten Konsequenzen. „Das Gameplay bzw. Kampfsystem erfordert eine Mischung aus strategischer Vorgehensweise und schnellen Reflexen, da in Code Vein 2 ein Angriff bereits verheerenden Schaden anrichten kann.“
Melanie wirkt im Vergleich stärker systemorientiert und auf Zugänglichkeit fokussiert. Sie lobt, dass sie nicht von komplexen Skilltrees erschlagen wird, sondern dass es eine klare Aufwertungsrichtung gibt. Gleichzeitig sagt sie klar, dass es trotzdem fordernd bleibt, weil Ausweichen, Timing und Reaktionen zählen. „Man muss sich ein wenig einspielen, aber sobald man das System verstanden hat, spielt es sich sehr angenehm, bleibt aber fordernd, da Ausweichen, Timing und Reaktionen trotzdem wichtig sind.“
Gemeinsamer Nenner: Timing und Reaktion sind Pflicht. Unterschied: Lazar betont die Strafe pro Treffer, Melanie betont die Verständlichkeit der Progression und den Flow, sobald man das System verstanden hat.
Movement und Steuerung: beide loben Präzision, beide empfinden es als fair
Hier gibt es fast deckungsgleiche Aussagen.
Lazar: „Das Movement gerade in intensiven Kämpfen fühlt sich reaktiv und präzise an. Die Fehler, die ich gemacht habe, fühlten sich nicht unfair an, sie lagen nicht an der Steuerung, sondern an meinen Entscheidungen.“
Melanie: „Das Movement fühlt sich sehr gut an. Die Charaktere reagieren direkt auf Eingaben, das Wegrollen funktioniert zuverlässig und das Dodgen von Gegnern geht flüssig von der Hand. Ich hatte bisher keinerlei Probleme mit der Steuerung, auch nicht in intensiveren Kämpfen.“
Wenn man beide Aussagen zusammenlegt, entsteht ein ziemlich klares Bild: Code Vein 2 wirkt für beide nicht wie ein Spiel, das dich über Input Chaos verliert. Wenn es scheppert, dann, weil man selbst den Fehler macht.
Story und Setting: Gameplay im Vordergrund versus Balance aus Story und Erkunden
Bei Story und Setting gehen die Nuancen auseinander.
Lazar sagt offen, dass bei ihm aktuell das Gameplay klar vorne steht und er nach drei Stunden keine abschließende Meinung zur Story hat. Gleichzeitig erwähnt er, dass von Beginn an einige Mysterien aufgebaut werden, die zum Nachdenken anregen. „Das Gameplay stand bisher ganz klar im Vordergrund. Nach 3h Spielzeit kann ich mir noch keine abschließende Meinung zur Story bilden, aber von Beginn an werden einige Mysterien aufgebaut, die zum Nachdenken anregen.“
Melanie beschreibt dagegen ein gutes Gleichgewicht zwischen dem Verfolgen der Story und freiem Erkunden. Ihr Eindruck vom Setting ist sehr konkret: eine offene Welt, die klar vermittelt, dass alles im Verfall ist und dass mit den Gegnern grundsätzlich etwas nicht stimmt. „Das Setting gefällt mir bisher sehr gut. Die Open World vermittelt klar, dass diese Welt im Verfall ist und dass mit den Gegnern etwas grundsätzlich nicht stimmt. Für mich gibt es aktuell ein sehr gutes Gleichgewicht zwischen Story verfolgen und freiem Erkunden der Welt.“
Kein echter Widerspruch, eher ein Fokusunterschied: Lazar ist noch stärker in der Anfangsphase, in der die Mechanik dominiert. Melanie ist schon in dem Bereich, in dem Weltgefühl, Erkundung und Storyrhythmus gleichzeitig greifen.
Atmosphäre, Sounddesign und Musik: beide sehen es als stimmigen Verstärker
In einem Punkt sind sie sich sehr einig: Audio und Atmosphäre funktionieren als Verstärker.
Lazar sagt, Atmosphäre, Sounddesign und Musik ergänzen die Geschichte und das Setting gut und spiegeln den Ton von Geschichte und Gameplay wider. „Atmosphäre, Sounddesign und Musik haben die Geschichte und das Setting gut ergänzt. Sie spiegeln den Ton der Geschichte und des Gameplays wider.“
Melanie wird konkreter bei einzelnen Momenten, etwa beim Hauptmenü Track, der ihr direkt im Kopf geblieben ist, und bei Dungeons, in denen eine bedrückende Stimmung entsteht. „Die Musik ist für mich wirklich schön gewählt, vor allem die Musik im Hauptmenü, die mir direkt im Kopf geblieben ist. Im Spiel selbst passt sich die Musik gut den jeweiligen Orten an. In Dungeons zum Beispiel wird eine eher bedrückende Stimmung erzeugt, was die Situation und das Geschehen im Spiel nochmal verstärkt.“
Überschneidung: Beides bleibt nicht nur Hintergrund, sondern trägt aktiv die Stimmung. Unterschied: Lazar bewertet eher die Gesamtkohärenz, Melanie nennt konkrete Ankerstellen.
Erwartungen: Anime Dark Souls trifft auf düstere Story und Kulisse
Auch bei Erwartungen sieht man, wie unterschiedlich die Brille ist, ohne dass es sich widerspricht.
Lazar ging mit einer sehr klaren Erwartung rein: „Meine Erwartungen an Code Vein 2 waren lediglich eine „Animeversion“ von Dark Souls. Mehr wusste ich über die Spiele nicht und diese Erwartungen wurden erfüllt.“
Melanie erwartete eine düstere Story, starke Kampf Momente und eine schöne Kulisse, und sagt, das wurde bisher getroffen. Sie erwähnt zusätzlich positiv, dass man relativ früh viel über Noah und Lou erfährt und welche Charaktere in Megmell zu sprechen sind. „Ich bin mit der Erwartung an das Spiel gegangen, eine düstere Story, starke Kampfmomente und eine schöne Kulisse zu erleben, und genau das wurde bisher getroffen. Zur Story kann ich noch nicht extrem viel sagen, aber der Einstieg hat mich sehr begeistert. Besonders positiv fand ich, dass man relativ früh viel über den Weggefährten Noah und Lou erfährt, sowie die generellen Charaktere die in Megmell zu sprechen sind.“
Unterm Strich: Beide sehen ihre Erwartungen erfüllt. Lazar formuliert es als Genre Match, Melanie als Mischung aus Ton, Inszenierung und Figurenbindung.
Code Vein 2 im Stream: Begleitung ohne Einfluss versus Community als Motor
Hier entsteht der stärkste Gegensatz der beiden Perspektiven.
Lazar beschreibt den Stream als neugierig und witzig, auch mit Zuschauern, die die Reihe schon kannten und sich ein erstes Bild des neuen Ablegers machen wollten. Er sagt aber klar: „Es gab keine Situation in der der Chat das Spiel spürbar beeinflusst hat.“
Melanie erlebt es komplett anders. Sie sagt, seitdem sie streamt, spielt sie kaum noch allein privat. Sie holt sich Tipps aus ihrer Community, wird bei Kämpfen angefeuert und motiviert. Auf die Frage nach Einfluss antwortet sie eindeutig: „Definitiv. Vor allem das Pushen und Aufmuntern während der Bosskämpfe hat extrem geholfen. Das hat einen wirklich aufgebaut und motiviert weiterzumachen.“
Das zeigt gut, wie stark das Stream Setting die Wahrnehmung verändern kann, je nachdem, ob man sich eher als „Ich spiele, ihr schaut“ oder als „Wir erleben das gemeinsam“ positioniert.
Empfehlungen und Fazit: gleiche Zielgruppe, unterschiedliche Warnhinweise
Bei der Empfehlung laufen beide Linien wieder zusammen, aber mit anderer Betonung.
Lazar empfiehlt es Fans der Dark Souls Reihe und Elden Ring sowie Animefans, die Herausforderung und Abwechslung zu herkömmlichen JRPGs suchen, am ehesten Spielern, die Fans von beidem sind. „Code Vein 2 kann ich allen empfehlen, die Fans der Dark Souls Reihe und Elden Ring sind und Animefans, die eine Herausforderung und eine Abwechslung zu herkömmlichen JRPGs suchen. Am Ehesten Spielern, die Fans von beidem sind.“
Melanie empfiehlt es Spielern, die Lust auf ein Soulslike haben und vielleicht schon erste Berührungspunkte mit dem Genre hatten. Weniger geeignet sei es ihrer Meinung nach für Spielerinnen, die große Schwierigkeiten mit Bosskämpfen haben oder generell kein Fan von movementbetontem Gameplay sind. „Ich würde Code Vein 2 vor allem Leuten empfehlen, die Lust auf ein Soulslike haben und vielleicht schon erste Berührungspunkte mit dem Genre hatten. Weniger geeignet ist es meiner Meinung nach für Spielerinnen, die große Schwierigkeiten mit Bosskämpfen haben oder generell kein Fan von movementbetontem Gameplay sind.“
Und beim persönlichen Abschluss unterscheiden sich die Töne deutlich.
Lazar fasst es als neues Erlebnis zusammen, in dem er sich aufgrund seiner Vorlieben direkt heimisch fühlen konnte. Gleichzeitig nennt er eine klare Kritik, die er für sich als einzigen echten Kritikpunkt markiert: „Meine einzige Kritik ist, die oft übertriebene Sexualisierung der weiblichen Figuren. Manchmal ist weniger mehr. Lasst Frauen durch ihre Handlungen glänzen und nicht (nur) mit ihrem Körper.“
Melanie beschreibt ihr Erlebnis als emotionales Hin und Her: „Ein absolutes Chaos der Gefühle, irgendwo zwischen Glück, Freude und Ärger. Und genau deshalb bin ich extrem gespannt, was das Game noch für mich bereithält.“
Was wir aus beiden Gesprächen mitnehmen
Wenn man beide Interviews zusammenführt, ergibt sich ein ziemlich konsistentes Bild von Code Vein 2 auf PS5: Movement und Steuerung werden von beiden als präzise, reaktiv und fair beschrieben, der Kampf fordert Timing und Aufmerksamkeit, und Atmosphäre plus Musik tragen die Stimmung spürbar mit.
Die Gegensätze liegen weniger im „gut oder schlecht“, sondern in der Perspektive: Lazar kommt über Souls Routine sofort rein und spielt im Stream eher unabhängig vom Chat. Melanie braucht Anlauf, fällt dann aber in einen Erkundungs und Grind Flow und erlebt ihre Community als echten Verstärker, gerade in Bossmomenten.
Wenn ihr mehr von unseren Interviewpartnern „Mehluxka“ & „Lazar“ erfahren möchtet findet ihr die beiden unter ihren folgenden Socials:

Mehluxka:
– Twitch: https://www.twitch.tv/mehluxka
– Instagram: https://www.instagram.com/mehluxka/

Lazarsun:
– Twitch: https://www.twitch.tv/lazarsun
– TikTok: https://www.tiktok.com/@lazarsun
