Zockerfakten Interview

mit Katana Inu Founder | Indie Developer
Vision, Technologie und der Weg hinter Katana Inu
Von Anime-inspirierter Ästhetik bis hin zu Blockchain-Mechaniken bewegt sich Katana Inu bewusst zwischen zwei Welten. Klassisches Gaming und Web3. Genau diese Mischung sorgt für Aufmerksamkeit, aber auch für Diskussionen.
Wir haben mit Marwan Haddad, Founder und CEO von Chainvision Games, gesprochen und wollten verstehen, was wirklich hinter der Idee steckt. Von der ersten Vision bis zu den Herausforderungen eines Indie-Studios.
Von Anime-Leidenschaft zur Spielidee
Die Ursprünge von Katana Inu sind persönlicher, als man vielleicht erwarten würde. Marwan beschreibt sich selbst als langjährigen Anime-Fan. „Ich habe über 150 Animes geschaut seit ich 14 bin – Dragon Ball, Bleach, Naruto, One Piece haben mich stark geprägt und beeinflusst. Figuren wie Son Goku, Ruffy & Ichigo haben mich angetrieben und inspiriert!“, erzählt er. Dazu kommen Einflüsse aus asiatischen Filmen und Kampfkultur – „Meine Idole sind bis heute Jackie Chan und auch Jet Li!“, hat Marwan dazu ergänzt.
Die eigentliche Initialzündung kam jedoch aus einer ganz anderen Richtung. „Durch Dogecoin und den ganzen Hype darum kam mir die Idee, etwas mit einer Hunde-Mensch-Art zu machen, aber kombiniert mit meiner eigenen Vision.“
Diese Vision war von Anfang an klar definiert. Anime, Kampf, Schwerter, Fähigkeiten und ein hoher Anspruch an Design und Qualität. Als Grafiker war für ihn die visuelle Identität kein Nebenaspekt, sondern Kern des Projekts.
Geschwindigkeit statt Stillstand
Was Katana Inu aus seiner Sicht besonders macht, liegt vor allem im Gameplay. „Der Kampfstil hebt sich ab, weil er schnelllebig ist. Man muss springen, ausweichen und gleichzeitig kämpfen.“
Seine eigene Erfahrung als Thaiboxer hat dabei direkt Einfluss genommen. „Während des Kämpfens auch zurückzuschlagen und nicht nur abzuwarten, das war für mich ein wichtiger Gedanke.“
Das Ergebnis ist ein Spiel, das nicht auf klassische Warte-Momente setzt, sondern auf konstante Bewegung und Druck.
Indie-Entwicklung zwischen Chaos und Fortschritt
Der Weg von der Idee zum Spiel war alles andere als geradlinig. Marwan spricht offen über die Anfangsphase. „Ich habe am Anfang sehr viel Geld und Energie investiert, etwa neun Monate lang.“
Erst ein erster Trailer und Gameplay-Material überzeugten Investoren. 2022 begann dann die eigentliche Entwicklung. Das ursprüngliche Konzept war deutlich einfacher gedacht. „Ein Multiplayer-Spiel mit Schwert-Abilities, einfach rumkämpfen.“
Doch das Projekt entwickelte sich weiter. „Learning by doing. Was Katana Inu heute ist, hatte ich so nicht geplant. Ich bin positiv überrascht.“
Die größte Herausforderung sieht er nicht in einem einzelnen Bereich, sondern im Gesamtprozess. „Es gibt in jeder Ecke eine Hürde. Technisch, finanziell, im Team. Ständig passiert etwas Neues.“
Gerade Teamdynamiken und technische Probleme seien unterschätzt worden. „Bei jeder neuen Feature-Entwicklung entstehen wieder Bugs. Das wusste ich am Anfang nicht.“
Web3 als Vision, nicht als Zwang
Ein zentraler und gleichzeitig umstrittener Bestandteil von Katana Inu ist die Integration von Blockchain-Technologie.
Marwan sieht darin vor allem eine Frage von Besitz. „Auf der Blockchain bist du der echte Besitzer deiner Items. Niemand kann sie dir wegnehmen, nicht einmal der Entwickler.“
Er erkennt jedoch klar die Probleme in der Wahrnehmung. „Viele verstehen das nicht, weil es in der Vergangenheit viele Scams gab.“
Für ihn ist Web3 kein Muss, sondern eine Option. „Normale Spiele funktionieren auch ohne das. Deshalb haben wir beides. Web2 und Web3.“
Das Konzept dahinter beschreibt er als ein offenes System. Spieler können selbst entscheiden, ob sie einfach spielen wollen oder sich tiefer mit den Mechaniken beschäftigen. Gleichzeitig verfolgt das Projekt auch ein Play-to-Earn-Modell, das insbesondere für bestimmte Zielgruppen relevant ist.
Zwei Systeme, ein Spiel
Um die Kritik und die Plattformrichtlinien zu berücksichtigen, wurde eine klare Trennung geschaffen.
„Wir haben zwei Clients. Einen für Web3 und einen für Web2. Der normale Spieler kann einfach spielen, ohne Blockchain.“
Diese Entscheidung ist auch strategisch motiviert. Plattformen wie Steam sind entscheidend, um Reichweite aufzubauen. „Wir wollen die Masse erreichen. Es wäre schade, das Spiel nur wenigen Leuten zu zeigen.“

Zwischen Community und Realität
Interessant ist der Blick auf die Community. Aktuell besteht sie laut Marwan überwiegend aus Web3-Nutzern. Entsprechend fällt das Feedback aus.
„Die meisten sind investiert und wollen, dass wir den Web3-Weg weitergehen.“
Gleichzeitig erkennt er die klare Trennung der Zielgruppen. Während klassische Spieler vor allem Spaß suchen, nutzen andere das System gezielt zum Verdienen. Diese Differenz ist für ihn kein Widerspruch, sondern Teil des Konzepts.

Rückschläge gehören dazu
Der Weg verlief nicht ohne Zweifel. „2021 war ich kurz davor aufzugeben.“ Erst neue Investoren hielten das Projekt am Leben.
Die Belastung ging dabei weit über das Projekt hinaus. Familie, Verantwortung und Entwicklung gleichzeitig zu stemmen beschreibt er als extrem fordernd.
„Ich habe viel gelernt, aber auch viel Negatives erlebt, was mich psychisch belastet hat.“
Trotzdem bleibt sein Mindset klar. Weitermachen. Anpassen. Nicht stehen bleiben.
Blick nach vorne
Für die Zukunft hat Marwan klare Ziele. Kurzfristig geht es darum, neue Investoren zu gewinnen und das Spiel weiter auszubauen. „Wir sprechen von 5 bis 100 Millionen Dollar, je nachdem, was kommt.“
Langfristig denkt er in Community-Größen. „5.000 bis 10.000 aktive Spieler monatlich wären ein realistisches Ziel, später 10.000 bis 30.000.“
Seine ursprüngliche Vision sieht er dabei weiterhin im Spiel. „Das schnelle Kämpfen, die Anime-Attacken und die Grafik spiegeln das am stärksten wider.“
Eine klare Botschaft an Indie-Developer
Sein Rat an andere Entwickler ist pragmatisch und direkt.
Ein klares Konzept, saubere Kommunikation im Team und strukturierte Abläufe sind für ihn entscheidend. Besonders wichtig sei es, die eigene Vision verständlich zu machen.
„Rede Klartext mit deinen Entwicklern, damit sie verstehen, was du willst.“
Und vielleicht der wichtigste Punkt aus seiner Erfahrung: Planung und Realität liegen oft weit auseinander. Wer damit umgehen kann, bleibt im Spiel.

Ausblick und Community-Aufruf
Bis vor kurzem war Katana Inu bereits als Demo-Version auf Steam verfügbar. Marwan selbst sah genau darin den nächsten wichtigen Schritt. Das Spiel sollte nicht im stillen Kämmerchen perfektioniert werden, sondern gemeinsam mit der Community wachsen.
Besonders wichtig war ihm dabei das Feedback. Nur so kann das Projekt weiterentwickelt und gezielt an die Erwartungen der Community angepasst werden.
Gleichzeitig spielt auch die Unterstützung über die Wishlist eine entscheidende Rolle, um die Sichtbarkeit des Spiels weiter auszubauen und den nächsten Entwicklungsschritt zu ermöglichen.
Wir bleiben an dem Projekt dran und werden den weiteren Verlauf aufmerksam verfolgen. Aus unserer Sicht bringt Katana Inu eine spannende Mischung aus Stil, Tempo und Konzept mit und hat definitiv das Potenzial, sich in seiner Nische zu etablieren.







