Als wir „Until Then“ damals gespielt haben, konnten wir das Spiel kaum aus der Hand legen. Die Geschichte, die Figuren und die Verbindung aus persönlichen Schicksalen und übernatürlichen Ereignissen haben uns nachhaltig beschäftigt. Gerade deshalb waren wir gespannt, welchen Weg der DLC „Afterimages“ einschlagen würde.
Wir haben beide enthaltenen Geschichten vollständig gespielt. Auf konkrete Ereignisse, Wendungen oder Figurenentwicklungen gehen wir bewusst nicht ein. „Until Then“ lebt davon, seine emotionalen Momente selbst zu erleben, und genau das gilt auch für die Erweiterung.
Keine neue große Mystery Geschichte
Wer in „Afterimages“ eine direkte Fortsetzung der übernatürlichen Handlung erwartet, könnte zunächst enttäuscht sein. Der DLC erweitert weder die Spielmechaniken grundlegend noch stellt er die mysteriösen Elemente des Hauptspiels erneut in den Mittelpunkt.
Stattdessen geht es um das, was danach kommt.
„Afterimages“ erzählt vom Leben nach einer Tragödie. Von Menschen, die versuchen, mit Verlust, Erinnerungen und Veränderungen weiterzumachen. Dabei entstehen keine spektakulären neuen Enthüllungen, sondern leise und persönliche Geschichten.
Genau darin liegt die größte Stärke des DLCs.
Emotional und ungewöhnlich ehrlich
Beide Geschichten zeigen, dass das Leben nicht immer auf ein klassisches Happy End hinausläuft. Manche Dinge lassen sich nicht vollständig reparieren. Manche Erinnerungen verschwinden nicht. Und manche Entscheidungen führen nicht zu dem Ergebnis, das man sich ursprünglich erhofft hat.
„Afterimages“ erzählt diese Themen emotional und glaubwürdig. Das Spiel versucht nicht, jede Entwicklung künstlich positiv aufzulösen. Stattdessen zeigt es das Leben auf eine Art, die man in Videospielen nur selten erlebt.
Die Figuren wirken nicht wie Mittel zum Zweck, sondern wie Menschen mit Fehlern, Hoffnungen und ungelösten Problemen. Ihre Geschichten sind ruhig erzählt, können aber dennoch sehr intensiv werden.
Gerade Fans des Hauptspiels dürften viele Momente wiedererkennen, in denen „Until Then“ nicht durch große Action, sondern durch Dialoge, Blicke und alltägliche Situationen berührt.
Spielerisch bleibt vieles vertraut
Spielerisch bietet „Afterimages“ keine große Weiterentwicklung. Die Erweiterung setzt weiterhin auf Dialoge, kleine Interaktionen, Smartphone Elemente und Minispiele.
Das funktioniert, weil der Fokus klar auf der Geschichte liegt. Wer jedoch neue Mechaniken oder deutlich mehr spielerische Tiefe erwartet, wird sie hier nicht finden.
„Afterimages“ möchte keine größere Fortsetzung sein. Der DLC versteht sich vielmehr als emotionaler Nachklang zum Hauptspiel.
Muss man den DLC gespielt haben?
Aus unserer Sicht nicht unbedingt.
„Until Then“ funktioniert bereits ohne „Afterimages“ als starke und abgeschlossene Erfahrung. Das Hauptspiel braucht diesen DLC nicht, um seine Wirkung zu entfalten. Wer mit dem ursprünglichen Ende zufrieden war, muss nicht zwingend zurückkehren.
Trotzdem sind beide Geschichten hervorragend erzählt. Wer die Welt und ihre Figuren noch einmal erleben möchte, bekommt einen emotionalen und ungewöhnlich ehrlichen Blick auf das Leben nach den Ereignissen des Hauptspiels.
Unser Fazit fällt deshalb bewusst differenziert aus: Wir lieben „Until Then“ weiterhin und finden auch „Afterimages“ auf seine eigene Art wunderschön. Notwendig ist der DLC nicht. Fantastisch erzählt ist er trotzdem.
