Die DualSense Entwicklung zeigt, wie Sony seinen PS5-Controller seit 2020 über Software, neue Modelle und zusätzliche Einsatzmöglichkeiten erweitert hat. Was damals als fühlbarer Generationssprung begann, ist heute ein breiteres Controller-System. Gleichzeitig geben aktuelle Patente erste Hinweise darauf, wie sich PlayStation-Controller künftig verändern könnten.
2020 sollte sich die neue Generation anders anfühlen
Der DualShock 4 erweiterte die Bedienung bereits um Touchpad, Bewegungssensor, Lautsprecher und Lichtleiste. Die physische Rückmeldung veränderte er jedoch deutlich weniger grundlegend als später der DualSense.
Sony ersetzte die klassische Vibration durch präziseres haptisches Feedback und ergänzte adaptive Trigger, deren Widerstand von Spielen dynamisch gesteuert werden kann. Hinzu kamen ein integriertes Mikrofon, USB-C und die neue Create-Taste. Bei der offiziellen Vorstellung bezeichnete Sony den Controller deshalb als wichtigen Teil des geplanten Generationssprungs.
Astro’s Playroom zeigte zum Start, was damit gemeint war. Sand, Metall, Eis und Regentropfen erzeugten unterschiedliche Impulse. Federn, Klettergriffe und Antriebe reagierten über den Widerstand der Trigger. Bewegungssensor, Touchpad, Mikrofon und Lautsprecher wurden ebenfalls in das Spiel eingebunden. Team Asobi entwickelte Astro’s Playroom ausdrücklich als Vorführung sämtlicher DualSense-Funktionen.
Das damalige Versprechen war technisch berechtigt. Der Controller wurde nicht mehr nur zum Eingabegerät, sondern konnte zusätzliche Informationen aus dem Spiel zurückgeben.
Aus dem Wow-Effekt wurde eine Frage des Spieldesigns
Nach dem Start musste sich zeigen, ob die neuen Funktionen mehr als eine beeindruckende Technikdemo bleiben würden.
Returnal bewies früh, dass haptisches Feedback auch spielerisch eingesetzt werden kann. Wetter, Bewegungen und Angriffe erhielten eigene Impulse. L2 übernahm abhängig vom Druckpunkt unterschiedliche Funktionen. Housemarque behandelte die Haptik dabei ähnlich wie eine zusätzliche Tonspur innerhalb des Sounddesigns.
Andere Spiele übertragen den Rückstoß einer Waffe, den Verlust von Bodenhaftung oder die Spannung eines Bogens. Besonders gute Umsetzungen fühlen sich nicht wie ein aufgesetzter Effekt an. Sie vermitteln Informationen, ohne dass dafür weitere Anzeigen benötigt werden.
Genau hier liegt aber auch die Grenze des DualSense. Nicht jedes Studio nutzt die Technik mit derselben Sorgfalt. Manche Spiele unterscheiden präzise zwischen Waffen, Oberflächen und Bewegungen. Andere liefern kaum mehr als eine feinere Form der gewöhnlichen Vibration.
Aus unserer Sicht wurde Sonys Versprechen deshalb nur teilweise eingelöst. Der DualSense hat das Potenzial, Spiele spürbar zu verändern. Ob das gelingt, hängt jedoch stärker vom Spieldesign als vom Controller selbst ab.
Heute ist der DualSense deutlich flexibler
Sony ergänzte dem Standardmodell seit 2020 keine neuen Tasten oder Sensoren. Die eigentliche Weiterentwicklung fand über Software statt.
2023 führte Sony die gemeinsame Steuerung durch zwei Controller ein. Eine zweite Person kann seitdem unterstützen, während beide Geräte wie ein einzelner Controller behandelt werden. Zusätzlich lässt sich die Benutzeroberfläche der PS5 haptisch erfassen. Menüpunkte, Benachrichtigungen und das Ende einer Liste können dadurch nicht nur gesehen oder gehört, sondern auch gespürt werden. Beide Funktionen erschienen mit dem PS5-Systemupdate vom September 2023.
2024 verbesserte Sony den Lautsprecher und das integrierte Mikrofon. Ein KI-gestütztes Modell filtert Tastengeräusche und Spielsound stärker aus Sprachaufnahmen. Für die PS5 Slim und PS5 Pro kam außerdem adaptives Laden hinzu. Die Konsole passt im Ruhemodus an den Akkustand an, wie lange der angeschlossene Controller mit Strom versorgt wird. Sony dokumentiert die Änderungen in den Updates zu den Audioverbesserungen und zum adaptiven Laden.
2025 folgte eine der praktischsten Erweiterungen. DualSense und DualSense Edge können seitdem bis zu vier Geräte speichern. Über eine Tastenkombination lässt sich direkt zwischen PS5, PC, Mac und Mobilgeräten wechseln, ohne den Controller jedes Mal neu zu koppeln. Die Mehrgerätefunktion machte aus dem ursprünglichen PS5-Zubehör ein flexibleres Eingabegerät für mehrere Plattformen.
Firmwareupdates können mittlerweile ebenfalls über die PlayStation Accessories App am PC installiert werden. Der DualSense ist heute also nicht grundsätzlich anders aufgebaut als 2020, fügt sich aber deutlich besser in verschiedene Geräte und Nutzungssituationen ein.
Sony entwickelte ein breiteres Controller-Ökosystem
Mit dem DualSense Edge erweiterte Sony das ursprüngliche Konzept um rückseitige Tasten, Profile, anpassbare Stickkurven, verkürzbare Triggerwege und austauschbare Stickmodule. Haptik und adaptive Trigger blieben erhalten. Der DualSense Edge zeigte damit, dass Sony Individualisierung und kompetitive Funktionen nicht von der immersiven Technik trennen möchte.
Der Access Controller verfolgt eine andere Richtung. Tasten, Aufsätze und externe Eingaben lassen sich an unterschiedliche körperliche Bedürfnisse anpassen. Bis zu zwei Access Controller können gemeinsam mit einem DualSense oder DualSense Edge verwendet werden. Dadurch entsteht ein frei erweiterbares Steuerungssystem, statt nur eines weiteren Standardcontrollers.
Diese beiden Modelle zeigen bereits, wohin sich moderne Controller bewegen: weg von einer einzigen festen Lösung und hin zu anpassbaren Geräten für unterschiedliche Spielweisen und körperliche Voraussetzungen.
Bei Haltbarkeit und Reparierbarkeit bleibt Arbeit
Der Standard-DualSense besitzt weiterhin keine rückseitigen Tasten, keine eigenen Steuerungsprofile und keine austauschbaren Stickmodule. Entwickelt ein Stick dauerhafte Probleme, kann er nicht so einfach ersetzt werden wie beim DualSense Edge.
Auch die Akkulaufzeit gehörte lange zu den größten Kritikpunkten. Seit Ende 2025 führt Sony mit dem CFI-ZCT2 zwar eine neue Revision in den offiziellen Controller-Handbüchern. Unabhängige Zerlegungen und Dauertests berichten von effizienterer Elektronik und einer deutlich längeren Laufzeit. Sony vermarktet das Modell jedoch weiterhin nur als DualSense und nennt keine garantierte Verbesserung. Es handelt sich deshalb um eine stille Überarbeitung, nicht um einen angekündigten DualSense 2. Die bisherigen Testergebnisse hat unter anderem The Verge zusammengetragen.
Für einen ausgereiften Nachfolger wären widerstandsfähigere oder austauschbare Sticks und eine bessere Reparierbarkeit wichtiger als eine weitere Funktion, die nur von wenigen Spielen genutzt wird.
Was bestätigt ist und woran Sony forscht
Bis zum 24. Juli 2026 hat Sony weder einen DualSense 2 noch einen neuen Standardcontroller angekündigt. Die bestehenden Kernfunktionen bleiben jedoch relevant. Für GTA VI sind haptisches Feedback, adaptive Trigger und die Nutzung des Controllerlautsprechers bereits offiziell bestätigt.
Interessanter wird der Blick auf zwei aktuelle Patentanmeldungen.
Das im Mai 2026 veröffentlichte Patent WO2026/110304 beschreibt Bedienflächen, deren Härte während der Nutzung verändert werden kann. Tasten könnten sich abhängig vom Spielgeschehen weicher oder fester anfühlen. Damit würde Sony die Idee der adaptiven Trigger auf weitere Bereiche des Controllers übertragen.
Die im Juli 2026 veröffentlichte US-Anmeldung US20260199776A1 beschäftigt sich mit einem modularen Controller. Ein Eingabemodul mit grafischer Oberfläche und drehbarem Bedienelement könnte an unterschiedlichen Positionen des Controllerkörpers angebracht werden.
Solche Konzepte würden zwei Entwicklungen verbinden: stärkere physische Rückmeldungen und eine Steuerung, die sich an Hände, Vorlieben oder körperliche Bedürfnisse anpassen lässt.
Patente sind allerdings keine Produktankündigungen. Sie belegen lediglich, welche Möglichkeiten Sony erforscht. Eine Verbindung zur nächsten PlayStation-Generation ist bislang nicht bestätigt.
Unser Fazit
Der DualSense hat sich seit 2020 weniger als einzelnes Gerät und stärker als Plattform weiterentwickelt. Aus dem auffälligen PS5-Controller wurde ein flexibleres System für mehrere Geräte, verschiedene Spielweisen und unterschiedliche körperliche Voraussetzungen.
Für die Zukunft braucht Sony unserer Meinung nach keinen weiteren kurzfristigen Wow-Effekt. Der entscheidende Schritt wäre, die besondere Haptik des DualSense mit besserer Haltbarkeit, einfacherer Reparatur und mehr individueller Anpassung zu verbinden.
Der DualSense hat bewiesen, dass ein Controller den Charakter einer gesamten Konsolengeneration prägen kann. Sein Nachfolger muss diese Idee nicht ersetzen, sondern konsequent zu Ende führen.





