The Grounds, ein überarbeiteter Transfermarkt und neue Gameplay-Systeme sollen FC 27 vom Vorgänger abheben. Doch nach mehr als 2,7 Millionen Trailer-Aufrufen stellt sich ein Teil der Community vor allem eine Frage: Was ist wirklich neu?
EA hat EA SPORTS FC 27 ausführlich vorgestellt. Mit The Grounds, einem neu aufgebauten Transfermarkt im Karrieremodus, der FUT Gallery und mehreren Gameplay-Anpassungen soll der diesjährige Ableger mehr bieten als das übliche Update zum Saisonwechsel.
Aufmerksamkeit bekommt der Reveal definitiv.
Zum Zeitpunkt unserer Auswertung lag der Gameplay-Trailer nach nicht einmal 20 Stunden bereits bei mehr als 2,72 Millionen Aufrufen und auf Platz 1 der YouTube-Gaming-Trends.
Unter dem Video wird allerdings weniger darüber diskutiert, wie groß The Grounds tatsächlich wird, sondern über eine Frage, die EA inzwischen jedes Jahr begleitet:
Wie deutlich unterscheidet sich FC 27 am Ende wirklich von seinem Vorgänger?
Denn neue Features gibt es durchaus. Ob sie einen weiteren Vollpreistitel rechtfertigen, ist nach diesem ersten Trailer aber noch längst nicht beantwortet.
The Grounds ist die sichtbarste Neuerung
Am stärksten hebt sich The Grounds vom bisherigen FC-Erlebnis ab.
EA erweitert Clubs um einen eigenen sozialen Bereich, in dem ihr euch mit eurem Avatar durch drei von unterschiedlichen Bereichen der Fußballkultur inspirierte Bezirke bewegt.
Dort soll nicht nur kompetitiv gespielt werden. Auch kleinere und lockerere Fußballrunden gehören zum Konzept.
Die Idee dahinter gefällt uns.
Clubs bekommt damit erstmals die Chance, mehr zu sein als eine Ansammlung von Menüs zwischen einzelnen Matches. Der eigene Pro könnte stärker als tatsächliche Figur innerhalb einer gemeinsamen Fußballwelt funktionieren.
Begleitet wird der Fortschritt von Mentoren wie Kylian Mbappé, Chloe Kelly und Paulo Dybala.
Und dann taucht plötzlich ein Name auf, mit dem wir ehrlich gesagt nicht gerechnet haben:
Alex Hunter.
Der ehemalige Protagonist aus The Journey kehrt als Mentor zurück. Spielerisch ist das wahrscheinlich keine Revolution, für langjährige FIFA-Spieler aber ein interessanter Rückgriff auf eine Zeit, in der EA stärker mit erzählerischen Fußballformaten experimentiert hat.
Ob The Grounds daraus wirklich einen lebendigen Social Hub macht oder am Ende nur ein aufwendiger gestalteter Weg zwischen Matches wird, muss sich noch zeigen.
Das Potenzial ist aber vorhanden.
Der neue Transfermarkt könnte für Karriere-Spieler fast wichtiger sein
Deutlich unspektakulärer präsentiert sich eine Änderung, die im Alltag vielleicht sogar stärker auffallen könnte.
EA hat den Transfermarkt im Karrieremodus überarbeitet und greift dafür unter anderem auf Daten und Systeme rund um die reale Transferplattform TransferRoom zurück.
Vereine sollen auf dem Markt dynamischer agieren. Kaufkraft, aktuelle Form, Rating und Entwicklungspotenzial eines Spielers sollen stärker beeinflussen, wie hoch Ablösesummen ausfallen und welche Clubs tatsächlich Interesse zeigen.
Auch Konkurrenz um einzelne Spieler soll stärker berücksichtigt werden.
Das klingt zunächst weniger aufregend als ein komplett neuer Modus.
Für Karriere-Spieler könnte es aber wesentlich relevanter sein.
Wenn finanzstarke Clubs tatsächlich anders einkaufen, Spielerwerte nachvollziehbarer auf Form und Potenzial reagieren und mehrere Vereine ernsthaft um denselben Transfer konkurrieren, kann sich eine Karriere langfristig glaubwürdiger entwickeln.
Gerade der Transfermarkt entscheidet häufig darüber, ob sich mehrere Saisons irgendwann wie eine echte Fußballwelt anfühlen oder nur wie eine Aneinanderreihung vorhersehbarer Deals.
Hier wollen wir deshalb vor allem sehen, wie tief die Änderungen tatsächlich gehen.
FUT Gallery macht das Sammeln sichtbarer
Ultimate Team bekommt mit der FUT Gallery ein neues Sammelsystem.
Karten aus bestimmten Clubs, Nationen, Ligen oder Kampagnen können in Sammlungen eingeordnet werden. Dadurch steigt das eigene Gallery Level und weitere Belohnungen werden freigeschaltet.
Die Idee passt grundsätzlich zu FUT.
Schließlich basiert Ultimate Team seit Jahren nicht nur auf dem aktiven Kader, sondern mindestens genauso stark auf dem Sammeln von Karten.
Entscheidend wird aber sein, ob daraus tatsächlich ein motivierendes Fortschrittssystem entsteht oder lediglich eine schönere Ablage für Items, die ohnehin bereits im Verein liegen.
Beim Gameplay muss EA den Unterschied noch beweisen
Beim eigentlichen Fußball verspricht EA vor allem Feinschliff.
Dynamischere Eckbälle, eine feinfühligere Ballkontrolle im Angriff und eine neu ausbalancierte KI-Verteidigung sollen für mehr Kontrolle und einen besseren Spielfluss sorgen.
EA betont dabei erneut, dass viele Veränderungen direkt aus dem Feedback der Community entstanden seien.
Das Problem:
Genau diese Verbesserungen lassen sich in einem Trailer nur schwer erkennen.
Ob sich eine Ballannahme präziser anfühlt, die Defensive intelligenter reagiert oder ein Angriff natürlicher aufgebaut werden kann, merkt man nicht zuverlässig in einigen zusammengeschnittenen Gameplay-Szenen.
Und genau hier entsteht momentan die größte Angriffsfläche für den bekannten Copy-Paste-Vorwurf.
FC 27 sieht weiterhin eindeutig nach FC aus.
Das muss nicht bedeuten, dass es sich genauso spielt.
Nach diesem Trailer fehlt dafür aber noch der Beweis.
EA selbst hat bereits angekündigt, dass die ausführlichen Deep Dives in der kommenden Woche beginnen. Gerade beim Gameplay dürften diese deutlich wichtiger werden als der erste Reveal.
Die Top-Kommentare zeigen vor allem Skepsis
EA hat unter dem Trailer selbst noch einmal hervorgehoben, was FC 27 auszeichnen soll:
Community-getriebenes Gameplay, The Grounds, die Football Ultimate Team Gallery und der neu aufgebaute Transfermarkt.
Anschließend fragt das Unternehmen, worauf sich die Spieler am meisten freuen.
Die sichtbaren Top-Kommentare liefern allerdings eine etwas andere Antwort.
Besonders deutlich formuliert es @samuellucena68:
„what did you change?“ EA: „for example nothing“
Zum Zeitpunkt unserer Auswertung hatte der Kommentar bereits mehr als 14.400 Likes.
Ein anderer Nutzer schreibt:
„FC 26: we hear you
FC 27: but we have no ears“
Rund 7.850 Likes stehen darunter.
Andere scherzen darüber, dass die Kommentare unterhaltsamer seien als der Trailer oder EA mit demselben Material gleich FC 28, FC 29 und FC 30 hätte ankündigen können.
Natürlich repräsentieren einige YouTube-Kommentare nicht die gesamte FC-Community.
Trotzdem ist der Ton unter den aktuell sichtbarsten Reaktionen ziemlich eindeutig:
Ein Teil der Spieler erkennt bislang keinen ausreichend großen Sprung zum Vorgänger.
Copy-Paste? Ganz so einfach ist es nicht
Wir verstehen, woher der Vorwurf kommt.
Wer hauptsächlich auf die Fußball-Szenen schaut, bekommt keinen Trailer, bei dem sofort eine komplett neue Spielerfahrung sichtbar wird.
Trotzdem wäre es genauso falsch, zu behaupten, EA hätte überhaupt nichts verändert.
The Grounds ist neu.
Der Transfermarkt wurde umfangreicher überarbeitet.
Die FUT Gallery kommt hinzu.
Und auch das Gameplay soll in mehreren Bereichen angepasst worden sein.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht:
Hat EA etwas verändert?
Natürlich hat EA etwas verändert.
Die wichtigere Frage ist:
Sind diese Änderungen groß genug, um ein weiteres Vollpreisspiel zu rechtfertigen?
Darauf gibt uns dieser Trailer noch keine klare Antwort.
159,99 Euro: EA führt eine neue Preisstufe ein
Während ein Teil der Community noch darüber diskutiert, ob FC 27 genügend Neues bietet, eröffnet EA gleichzeitig eine neue Preisstufe.
Die Ultimate Plus Edition kostet 159,99 Euro.
Damit liegt sie deutlich über der normalen Ultimate Edition für 109,99 Euro und praktisch beim Doppelten der Standard Edition für 79,99 Euro.
Dafür bekommen Käufer unter anderem:
bis zu 10.000 FC Points über fünf Monate,
die Premium-Pässe der Seasons 1 bis 5,
eine Hall-of-FUT-Spielerwahl,
zusätzliche Inhalte für Karriere und The Grounds,
sieben Tage Vorabzugang
und weitere Boni für FC 26.
Für FC-26-Spieler gehören dazu außerdem eine sofort nutzbare 92+ ICON und eine Evolution, mit der die Dribbling-Werte eines Profis auf 99 erhöht werden können.
Die Ultimate Plus Edition ist zudem nur zeitlich begrenzt verfügbar und kann bis zum 31. August 2026 vorbestellt werden.
Für normale FC-Spieler ist ein Preis von 159,99 Euro schwer zu rechtfertigen.
Wer allerdings ohnehin regelmäßig FC Points kauft, mehrere Premium-Pässe spielt und von Beginn an intensiv in Ultimate Team einsteigen möchte, wird diese Rechnung vermutlich anders betrachten.
Trotzdem ist es bemerkenswert, dass EA für FC inzwischen eine weitere Preisstufe oberhalb der bisherigen Ultimate Edition etabliert.
Gleichzeitig erscheint eine kostenlose FC-27-Version
Fast das komplette Gegenteil dazu ist EA SPORTS FC 27 Lite.
Zum Launch soll eine kostenlose Version erscheinen, über die ausgewählte Inhalte ausprobiert werden können.
Gerade bei einer jährlich erscheinenden Reihe finden wir diesen Schritt interessant.
Wer nach dem Reveal noch vor der Frage steht, ob sich FC 27 wirklich deutlich genug anders anfühlt, bekommt zumindest eine Möglichkeit, sich vor dem Kauf selbst einen Eindruck zu verschaffen.
Das ist gerade bei einem Einstiegspreis von 79,99 Euro sinnvoller als die Entscheidung ausschließlich anhand von Trailern zu treffen.
Unser bisheriger Eindruck
EA SPORTS FC 27 ist nach diesem Reveal weder die große Revolution noch lässt es sich fair als reines Copy-Paste abstempeln.
The Grounds ist die sichtbarste Neuerung und könnte Clubs endlich einen tatsächlichen sozialen Raum geben.
Der überarbeitete Transfermarkt klingt für Karriere-Spieler fast noch interessanter, weil dessen Veränderungen über mehrere Saisons hinweg spürbar werden könnten.
Die FUT Gallery passt logisch zu Ultimate Team, muss aber erst zeigen, ob sie mehr als eine zusätzliche Sammelansicht wird.
Beim wichtigsten Punkt bleibt EA den Beweis dagegen noch schuldig:
dem Fußball auf dem Platz.
Bessere Ballkontrolle, eine neu abgestimmte KI-Verteidigung und Veränderungen am Spielfluss können einen erheblichen Unterschied machen. In einem Trailer lassen sie sich aber kaum seriös beurteilen.
Genau deshalb verstehen wir die Skepsis unter dem Video.
Wer jedes Jahr erneut 79,99 Euro oder mehr investieren soll, möchte nicht nur auf einer Feature-Liste lesen, dass das neue FC besser geworden ist.
Man möchte den Unterschied irgendwann mit dem Controller in der Hand spüren.
Mehr als 2,7 Millionen Aufrufe in weniger als 20 Stunden zeigen jedenfalls, dass das Interesse an EA SPORTS FC weiterhin enorm ist.
Jetzt müssen die angekündigten Deep Dives zeigen, ob hinter dieser Aufmerksamkeit auch genügend Veränderung steckt.
FC 27 zeigt interessante Ansätze. Nun muss EA beweisen, dass man die Unterschiede nicht nur aufzählen kann, sondern dass wir sie beim Spielen tatsächlich merken.
EA SPORTS FC 27 erscheint am 25. September 2026. Käufer der Ultimate und Ultimate Plus Edition können bereits früher starten.
