Gärtnern klingt normalerweise nach Ruhe, Geduld und Entspannung.
Planted! sieht das etwas anders.
Hier werden Beete beansprucht, Gemüse angebaut, Wasser geklaut und überdimensionierte Feldfrüchte notfalls direkt auf die Konkurrenz geworfen.
Cloth Cat Games macht aus Gartenarbeit einen kleinen Party Brawler für bis zu vier Spieler und trifft damit ziemlich genau die Sorte Chaos, die mit Freunden am besten funktioniert.

Erst pflanzen, dann sabotieren
Das Grundprinzip ist schnell verstanden.
Wir sichern uns Beete, säen Pflanzen aus, bewässern sie und versuchen anschließend, unsere Ernte möglichst gewinnbringend in die vorgesehenen Verkaufsbereiche zu werfen.
Größere Pflanzen bringen mehr Punkte.
Das bedeutet aber auch:
Wer länger wartet, riskiert mehr.
Denn die Konkurrenz kann nicht nur dieselben Ressourcen beanspruchen, sondern auch versuchen, unsere mühsam gezüchteten Pflanzen zu stehlen.
Und genau dort wird Planted! interessant.
Wollen wir schnell kleinere Erträge sichern oder investieren wir mehr Zeit in besonders wertvolle Pflanzen?
Nutzen wir Wasser für uns selbst oder verhindern wir, dass andere überhaupt an genug Ressourcen kommen?
Versuchen wir einen Diebstahl oder warten wir darauf, dass der Gegner sein Gemüse selbst aus dem Boden zieht und schlagen dann zu?
Dieses ständige kleine Risiko macht die Matches deutlich unterhaltsamer, als das zunächst simple Grundprinzip vermuten lässt.

Gemüse wird hier auch zur Waffe
Planted! bleibt nicht beim Pflanzen und Ernten.
Gegenstände und Gemüse können auf andere Spieler geworfen werden, Angriffe lassen sich aufladen und im richtigen Moment sogar blocken.
Dazu kommen Power Ups, die aus der Gartenarbeit endgültig völliges Chaos machen.
Defensive Geschütze.
Explodierende Vogelscheuchen.
Klone.
Und alles, was man eben an einem ganz normalen Nachmittag im Garten erwartet.
Gerade mit mehreren Spielern entstehen daraus die Situationen, für die solche Partyspiele gemacht sind.
Der perfekte Plan hält ungefähr so lange, bis jemand entscheidet, lieber unsere Ernte zu klauen als sich um das eigene Beet zu kümmern.

Mit Freunden funktioniert Planted! am besten
Planted! unterstützt bis zu vier Spieler und kombiniert lokalen sowie Online Multiplayer.
Das ist für uns auch klar der stärkste Teil des Spiels.
Die Mechaniken sind einfach genug, um schnell einzusteigen, bieten aber ausreichend Raum für kleine taktische Entscheidungen, Sabotage und Revanche.
Gerade weil nicht jedes Match exakt gleich abläuft, funktioniert das Zusammenspiel gut.
Andere Spieler reagieren anders.
Power Ups verändern Situationen.
Zusätzliche Herausforderungen innerhalb einer Runde können den Punktestand noch einmal drehen.
Und natürlich gibt es immer jemanden, der irgendwann komplett auf Gartenarbeit verzichtet und sich nur noch darum kümmert, den Rest zu nerven.
Genau dann wird Planted! meistens am lustigsten.

Acht Arenen bringen eigene Regeln mit
Zum Launch stehen acht Multiplayer Arenen zur Verfügung.
Dabei bleibt es nicht einfach bei unterschiedlichen Hintergründen.
Neben klassischen Gartenflächen spielen wir unter anderem auf einem Fußballplatz, an Berghängen, in ungewöhnlichen Farmgebieten oder sogar in vulkanischen Umgebungen.
Teilweise verändert sich dadurch auch, wie wir unsere Ernte abliefern oder welche Gefahren uns während einer Runde beschäftigen.
Das sorgt zunächst für angenehme Abwechslung.
Langfristig hätten wir uns allerdings durchaus noch mehr Arenen und Varianten vorstellen können.
Gerade ein Partyspiel lebt davon, immer wieder neue Situationen zu erzeugen.
Hier dürfte Planted! in Zukunft gerne weiter wachsen.

Auch alleine gibt es etwas zu tun
Für Solospieler gibt es zusätzlich einen eigenen Story Modus mit mehr als vier Stunden Inhalt.
Im Mittelpunkt steht Gus, dessen riesige Karotte gestohlen wird und der dadurch immer tiefer in die überraschend aggressive Welt des kompetitiven Gärtnerns gezogen wird.
Die Geschichte bleibt bewusst leicht und dient vor allem dazu, Figuren und Mechaniken vorzustellen.
Gleichzeitig funktioniert die Kampagne als umfangreiches Tutorial.
Für Neueinsteiger ist das hilfreich.
Für ein Partyspiel zieht sich die Einführung stellenweise allerdings etwas länger, als es nötig gewesen wäre.
Wir wollten irgendwann einfach Gemüse auf Leute werfen.

Nicht jede Herausforderung fühlt sich gleich fair an
Gerade im Story Modus wird außerdem sichtbar, dass Planted! bei der Steuerung noch etwas Feinschliff vertragen könnte.
Einige Herausforderungen verlangen mehr Präzision und Geschwindigkeit, als die eher lockere Präsentation zunächst erwarten lässt.
Besonders bei Sprungpassagen oder hektischen Situationen kann sich die Bewegung etwas rutschig anfühlen.
Auch das Ernten benötigt einen kurzen Tastendruck mit Halten, was mitten im Chaos manchmal etwas Tempo herausnimmt.
Werfen braucht ebenfalls etwas Eingewöhnung, da die Flugweite nicht immer sofort eindeutig einzuschätzen ist.
Das macht Planted! nicht unspielbar.
Aber gerade dort, wo das Spiel plötzlich mehr Präzision verlangt, fallen diese kleinen Schwächen stärker auf.
Die Bots können überraschen
Wer gerade keine drei Freunde zur Hand hat, kann freie Plätze mit Bots auffüllen.
Das funktioniert grundsätzlich gut.
Auf höheren Schwierigkeitsstufen können sie tatsächlich Druck erzeugen und verhindern, dass Matches komplett belanglos werden.
Gelegentlich wirken ihre Entscheidungen allerdings etwas merkwürdig.
Das Entwicklerteam nennt selbst das Bot Verhalten, kleinere Synchronisationsprobleme im Online Multiplayer, einzelne Audio und Effektfehler sowie Balancing Anpassungen als bekannte Baustellen der Review Version.
Diese Punkte sollen laut Cloth Cat Games vor beziehungsweise zum Launch weiter verbessert werden.
Optisch passt der Cartoon Stil
Visuell verfolgt Planted! einen farbenfrohen Cartoon Look.
Das passt sehr gut zur absurden Grundidee.
Figuren, Gemüse und Umgebungen sind bewusst überzeichnet und geben dem Spiel eher den Charakter einer kleinen Animationsserie als einer klassischen Gartensimulation.
Auch wenn die Präsentation technisch nichts Außergewöhnliches liefert, funktioniert der Stil.
Gerade riesiges Gemüse durch die Gegend zu schleudern sieht genau so albern aus, wie es aussehen sollte.
Der Soundtrack unterstützt diesen lockeren Arcade Charakter, ohne besonders stark im Gedächtnis zu bleiben.

Süß, chaotisch und mit Freunden deutlich besser
Planted! will kein tiefes Strategiespiel sein.
Es will eine Gruppe von Freunden in einen Garten setzen, ihnen Gemüse geben und schauen, wie lange es dauert, bis daraus Krieg wird.
Und genau darin funktioniert es.
Die Mischung aus Pflanzen, Ressourcenmanagement, Diebstahl und direkter Sabotage ist angenehm ungewöhnlich und erzeugt genügend Chaos für unterhaltsame Runden.
Alleine verliert das Konzept für uns schneller an Reiz.
Auch die begrenzte Anzahl an Arenen und die stellenweise etwas unpräzise Steuerung verhindern, dass Planted! langfristig so stark wächst wie seine besten Ideen.
Trotzdem hatten wir Spaß damit.
Gerade mit Freunden ist Planted! ein sympathisches Partyspiel, das leicht verständlich ist und genau deshalb schnell zu diesen typischen:
„Okay, eine Runde noch.“
Momenten führt.
Und manchmal braucht es eben gar nicht mehr.

Release und Plattformen
Planted! erschien am 29. Oktober 2026 für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S.
Das Spiel unterstützt bis zu vier Spieler und bietet sowohl lokalen als auch Online Multiplayer. Zusätzlich steht ein separater Singleplayer Modus mit mehr als vier Stunden Spielzeit zur Verfügung.