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ONE PIECE: Grand Gourmet im Test: Klein, gefährlich motivierend aber ist es gut genug?

Zockerfakten
Zuletzt aktualisiert: Oktober 25, 2026 13:23
Zockerfakten - Chef Redakteur
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14 Min. Lesezeit
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Bandai Namco hat uns ONE PIECE: Grand Gourmet für Steam und iOS zur Verfügung gestellt. Angefangen haben wir am PC, später wechselten wir aufs Smartphone und spielten dort schließlich sogar häufiger weiter.

Nicht weil die Mobile Version besser wäre.

Am PC gefällt uns Grand Gourmet sogar besser. Die Bedienung wirkt präziser, die Übersicht ist angenehmer und zusätzlich funktioniert das Spiel mit Controller.

Das Smartphone besitzt nur einen entscheidenden Vorteil:

Es ist immer griffbereit.

Und bei einem Spiel, das sehr schnell aus „nur noch einen Tag“ plötzlich eine weitere halbe Stunde macht, kann genau das gefährlich werden.

Wir mögen Idle und Management Spiele ohnehin. Grand Gourmet trifft diesen Nerv ziemlich genau.

Aus einer Fälschung wird unser eigenes Baratié

Der Einstieg schafft es erstaunlich gut, die Management Idee in One Piece einzubetten.

Ruffy und Sanji wurden offenbar vom Rest der Strohhüte getrennt. Auf hoher See beobachten sie einen Kampf zwischen einem Schiff und einem kleineren Restaurant Schiff, das verdächtig nach dem Baratié aussieht.

Natürlich greifen beide ein.

Eine Kanonenkugel fliegt auf sie zu, Ruffy wehrt sie mit seinem Gum Gum Ballon ab und schleudert sie ausgerechnet in Richtung des Restaurants.

Nachdem die Angreifer verschwunden sind, treffen wir dort auf Patty. Er erklärt, dass Hochstapler den Namen des Baratié verwenden und mit schlechtem Essen dessen Ruf beschädigen.

Sanji will das nicht hinnehmen.

Gleichzeitig hofft er, dass die übrigen Strohhüte von dem Restaurant erfahren und sich die Crew dadurch wiederfinden könnte.

Dann kommen wir ins Spiel.

Wir geben unserer eigenen Figur einen Namen, reisen mit einer merkwürdigen Roboter Ente und wollen selbst zu einem guten Koch werden, der irgendwann von Chef Jeff anerkannt wird.

Gemeinsam mit Sanji übernehmen wir das Restaurant, geben ihm einen Namen und sollen aus der schlechten Kopie etwas machen, das dem Baratié tatsächlich gerecht wird.

Bevor überhaupt Gäste kommen können, reparieren wir das beschädigte Schiff, bereiten erste Gerichte vor und stellen Tische auf.

Danach verlassen wir den Hafen und machen uns auf ins Meer der Anfänge.

Und ab diesem Moment beginnt der eigentliche Sog.

Genau noch eine Verbesserung

Grand Gourmet ist keine komplizierte Wirtschaftssimulation.

Das ist gleichzeitig eine seiner größten Stärken.

Wir bedienen Gäste, verdienen Berry, verbessern unser Restaurant, entdecken neue Zutaten und Rezepte, erfüllen Wünsche und schalten ständig neue Inhalte frei.

Fast immer wartet etwas in unmittelbarer Reichweite.

Ein neues Gericht.

Ein neuer Charakter.

Eine Expedition.

Mehr Komfort.

Ein weiterer Ausbau.

Und genau dieses permanente Gefühl von Fortschritt funktioniert.

Grand Gourmet ist offiziell eine Management Simulation, bedient für uns aber denselben Reiz, wegen dem wir Idle Spiele lieben:

wenig Einstiegshürde, sichtbarer Fortschritt und ständig das nächste kleine Ziel.

Deshalb landeten wir irgendwann häufiger auf iOS.

Nicht weil Touch besser funktioniert.

Sondern weil zwischen „Ich könnte kurz Grand Gourmet starten“ und „Ich spiele Grand Gourmet“ auf dem Smartphone praktisch keine Hürde liegt.

Steam spielt sich besser, Mobile passt besser in den Alltag

Wenn wir uns bewusst hinsetzen und länger spielen möchten, würden wir trotzdem Steam bevorzugen.

Das größere Bild hilft bei der Übersicht, die Navigation fühlt sich angenehmer an und gerade beim Einrichten unseres Restaurants arbeiten wir mit Maus oder Controller präziser.

Mobile verändert weniger das Spiel als die Art, wie wir es spielen.

Kurz auf dem Sofa.

Unterwegs.

Zwischendurch.

Ein paar Tage abarbeiten, etwas freischalten und wieder raus.

Zumindest theoretisch.

PC ist für uns die angenehmere Version. Mobile ist die verführerischere.

Sanji kocht, wir führen das Geschäft

Wer aufgrund des Namens einen Cooking Simulator erwartet, sollte seine Erwartungen früh korrigieren.

Grand Gourmet ist vor allem Restaurant Management.

Sanji steht in der Küche. Wir kümmern uns um den Rest.

Gerichte werden freigeschaltet, Zutaten gesammelt und verschiedene Speisen zu Menüs kombiniert. Gleichzeitig bauen wir unser schwimmendes Restaurant immer weiter aus.

Tische, Dekorationen, Attraktionen und andere Einrichtungen erhöhen unter anderem den Komfort und beeinflussen damit unseren Betrieb.

Mehr als 400 Figuren aus One Piece können im Spiel auftauchen und über 200 Möbel, Gebäude und Dekorationen geben uns genügend Möglichkeiten, das Restaurant auszubauen.

Die reine Menge wäre aber wenig wert, wenn Grand Gourmet daraus nur eine Ansammlung bekannter Namen machen würde.

Und genau hier zeigt Kairosoft erstaunlich viel Liebe zur Vorlage.

One Piece steckt vor allem in den kleinen Details

Viele Charaktere besitzen eigene Animationen und Funktionen, die zu ihnen passen.

Sanji kocht.

Franky hilft beim Ausbau.

Zorro trainiert andere Figuren.

Und natürlich spielt Geld bei Nami eine besondere Rolle.

Das klingt banal, macht aber einen enormen Unterschied.

Grand Gourmet fühlt sich dadurch nicht einfach wie ein bestehendes Kairosoft Spiel mit One Piece Figuren an.

Die Welt wurde tatsächlich in diese Spielstruktur übersetzt.

Auch wenn bekannte Charaktere gemeinsam im Restaurant auftauchen, entsteht regelmäßig Fanservice, der funktioniert, weil die Figuren wiedererkennbar bleiben.

Genau darin liegt eine der größten Stärken des Spiels.

Viele Systeme, aber nicht immer viel Tiefe

Mit zunehmender Spielzeit wird allerdings auch klar, wo Grand Gourmet Grenzen besitzt.

Das Grundprinzip verändert sich nur wenig:

Restaurant verbessern.

Aufgaben erfüllen.

Einnahmen steigern.

Neue Figuren und Inhalte freischalten.

Weiterziehen.

Und wieder von vorne.

Für uns funktioniert dieser Kreislauf, weil wir diese Art Spiel mögen.

Aber irgendwann überrascht er kaum noch.

Grand Gourmet besitzt viele kleine Systeme, entwickelt einige davon aber nicht weit genug.

Ausgerechnet das Kochen bleibt erstaunlich passiv

Besonders schade finden wir das beim Kochen.

Sanji ist einer der bekanntesten Köche der Anime und Manga Welt. Gerade deshalb hätten wir uns hier mehr Interaktion gewünscht.

Rezepte finden, Zutaten sammeln und Menüs zusammenstellen funktioniert innerhalb der Management Struktur.

Das tatsächliche Kochen bleibt dagegen sehr einfach.

Grand Gourmet muss kein Cooking Simulator werden.

Aber zwischen automatischem Kochen und einer komplexen Simulation wäre genug Platz für kleine Minispiele, besondere Zubereitungen oder Gerichte gewesen, bei denen wir selbst stärker eingebunden werden.

Bei einem Spiel rund um Sanji hätte die Küche gerne noch etwas mehr Sanji vertragen dürfen.

Auch wirtschaftlich dürfen wir uns ziemlich viel erlauben

Ähnlich sieht es beim Management aus.

Wir beschäftigen Personal, investieren Berry und erweitern unser Restaurant.

Dabei entsteht aber selten großer Druck.

Schlechte Entscheidungen tun nicht besonders lange weh und Grand Gourmet möchte uns eher weiter motivieren als bestrafen.

Für das gemütliche Spielgefühl ist das angenehm.

Für eine Management Simulation bedeutet es allerdings auch, dass wir viele Entscheidungen kaum länger abwägen müssen.

Wer eine tiefgehende Wirtschaftssimulation sucht, bekommt sie hier nicht.

Wer einfach sein Restaurant wachsen sehen möchte, dürfte damit deutlich glücklicher sein.

Manchmal unterbricht Grand Gourmet seinen eigenen Flow

Auch die vielen Hinweise, Dialoge und Freischaltungen können irgendwann anstrengend werden.

Gerade am Anfang werden wir angenehm an die Hand genommen.

Später möchten wir aber manchmal einfach nur bauen, Gerichte optimieren oder unser Restaurant beobachten, während bereits die nächste Meldung aufploppt.

Das ist die Kehrseite des permanenten Fortschritts.

Grand Gourmet gibt uns ständig etwas Neues.

Manchmal hätten wir nur gerne etwas mehr Ruhe, um genau diese Dinge auch zu genießen.

Pixel Art funktioniert, beim Sound fehlt uns dagegen One Piece

Optisch bleibt Grand Gourmet komplett bei der bekannten Kairosoft Pixel Art.

Das wird nicht jeden sofort abholen.

Auch bei uns war der Stil zunächst kein besonderes Verkaufsargument.

Mit der Zeit funktioniert er aber erstaunlich gut.

Vor allem die zahlreichen Charaktere profitieren davon, dass selbst kleine Sprites genügend Merkmale und Animationen besitzen, um sofort wiedererkannt zu werden.

Akustisch hätten wir dagegen deutlich mehr erwartet.

One Piece besitzt eine starke musikalische Identität und unzählige ikonische Stimmen.

Davon bekommen wir in Grand Gourmet erstaunlich wenig.

Die Musik wiederholt sich relativ schnell und gerade bei hunderten bekannten Figuren hätten bereits kleine Sprachsamples oder typische Ausrufe für deutlich mehr Persönlichkeit gesorgt.

Visuell fühlt sich Grand Gourmet häufig nach One Piece an.

Akustisch deutlich weniger.

Trotzdem starten wir es wieder

Und genau darin liegt unser etwas widersprüchliches Verhältnis zum Spiel.

Wir können ziemlich genau sagen, was uns fehlt.

Mehr Tiefe beim Kochen.

Mehr Bedeutung bei wirtschaftlichen Entscheidungen.

Weniger Unterbrechungen.

Mehr Musik und Stimmen.

Und trotzdem starten wir Grand Gourmet wieder.

Denn Kairosoft versteht diesen einfachen Fortschrittsloop.

Wir sehen, wie unser Restaurant wächst.

Wir entdecken eine bekannte Figur.

Wir verbessern noch etwas.

Und plötzlich ist wieder mehr Zeit vergangen als geplant.

Wer solche Spiele mag, dürfte genau wissen, was wir meinen.

Wer Management Simulationen grundsätzlich langweilig findet, wird vermutlich auch durch One Piece nicht plötzlich bekehrt.

Grand Gourmet ist genau die Art Experiment, die wir mehr sehen wollen

Trotz unserer Kritik möchten wir einen Punkt besonders hervorheben:

Wir wollen solche Spiele.

Nicht jedes Anime Spiel muss ein Arena Fighter sein.

Nicht jedes One Piece Spiel muss erneut dieselben Kämpfe aus Manga und Anime nacherzählen.

Ein Kairosoft Management Spiel rund um Sanji und ein schwimmendes Restaurant ist ungewöhnlich.

Und genau deshalb interessant.

Grand Gourmet nimmt einen kleinen Teil von One Piece und baut daraus etwas Eigenständiges.

Davon dürfen Anime Lizenzen gerne mehr ausprobieren.

Aber One Piece kann als Videospiel noch so viel größer sein

Grand Gourmet führt uns gleichzeitig erneut vor Augen, wie enorm das ungenutzte Potenzial von One Piece im Gaming Bereich ist.

Denn One Piece bedeutet für uns nicht in erster Linie Restaurant Management.

One Piece bedeutet:

Abenteuer.

Freiheit.

Entdeckung.

Eine Crew.

Unbekannte Inseln.

Verschiedene Kulturen.

Piraten und Marine.

Teufelsfrüchte.

Kopfgelder.

Geheimnisse.

Und vor allem dieses Gefühl, nicht zu wissen, was hinter dem nächsten Horizont wartet.

Diese Welt bringt praktisch alles mit, was ein großes Abenteuer Spiel benötigen würde.

Und genau darauf warten wir weiterhin.

Das ist keine Kritik daran, dass Grand Gourmet dieses Spiel nicht sein möchte.

Grand Gourmet erfüllt seine eigene Idee ziemlich gut.

Wir wollen solche kleineren Experimente sogar ausdrücklich behalten.

Aber irgendwann möchten wir eben auch erleben, was passiert, wenn ein Entwickler nicht nur einen kleinen Ausschnitt dieser Welt nutzt, sondern versucht, das eigentliche Gefühl von One Piece in ein großes Spiel zu übertragen.

Unser Fazit

ONE PIECE: Grand Gourmet macht ziemlich genau das, was ein gutes Kairosoft Spiel machen soll.

Wir starten unkompliziert.

Wir bauen etwas auf.

Wir sehen ständig Fortschritt.

Und plötzlich wollen wir doch noch einen weiteren Tag spielen.

Steam gefällt uns bei der Bedienung besser. iOS passt durch seine Verfügbarkeit aber hervorragend zu genau diesem Spielprinzip und hat uns deshalb häufiger zurück ins Restaurant gezogen.

Grand Gourmet bietet viel Fanservice, charmante Details und einen gefährlich funktionierenden Fortschrittsloop.

Gleichzeitig bleiben Kochen und Management vergleichsweise einfach, die Musik könnte abwechslungsreicher sein und gerade bei der Vertonung verschenkt das Spiel Atmosphäre.

Trotzdem hatten wir Spaß.

Und deshalb fällt unser Urteil klar positiv aus.

ONE PIECE: Grand Gourmet ist ein charmantes und erstaunlich motivierendes Management Spiel, das seine Lizenz mit viel Liebe behandelt.

Es ist nur nicht das Spiel, das unseren Hunger auf ein wirklich großes One Piece Abenteuer stillt.

Vielleicht macht es ihn sogar noch größer.

Denn wenn bereits ein kleines Restaurant Spiel so gut zeigen kann, wie viel Persönlichkeit in dieser Welt steckt, möchten wir umso mehr wissen, was möglich wäre, wenn endlich jemand das gesamte Potenzial von One Piece ausschöpft.

Release, Plattformen und Preis

ONE PIECE: Grand Gourmet ist seit dem 23. Oktober 2026 erhältlich.

Das Spiel ist für Nintendo Switch 2, Nintendo Switch, PC via Steam, iOS und Android erschienen.

Die Standardversion kostet auf PC und Nintendo Switch 19,99 Euro. Auf Mobile liegt der Preis niedriger.

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