Onimusha Way of the Sword haben wir von Capcom für unseren Test auf der PlayStation 5 erhalten. Nachdem wir das Spiel bereits auf der gamescom 2026 anspielen konnten, hatten wir jetzt endlich die Gelegenheit, tiefer in Capcoms Rückkehr der Onimusha Reihe einzutauchen.
Und unser Eindruck fällt ziemlich eindeutig aus:
Wir lieben es.
Das liegt nicht nur daran, dass Miyamoto Musashi für uns schon lange zu den faszinierendsten Persönlichkeiten der Menschheitsgeschichte gehört. Es liegt auch daran, wie Capcom ihn hier interpretiert, wie viel Freude uns das Kampfsystem bereitet und wie gut Kämpfe, Geschichte, Dialoge und filmische Inszenierung miteinander funktionieren.
Onimusha fordert uns. Es möchte aber nicht permanent beweisen, wie schwer es sein kann.
Vor allem macht es eines:
Es macht uns verdammt viel Spaß, Musashis Schwert zu ziehen.
Miyamoto Musashi war für uns schon vor Onimusha etwas Besonderes
Es gibt historische Persönlichkeiten, deren Geschichte irgendwann größer wird als die tatsächliche Person dahinter.
Miyamoto Musashi gehört für uns dazu.
Der berühmte japanische Schwertkämpfer wurde über Generationen immer wieder neu interpretiert. In Romanen, Samurai Filmen, Manga, Anime und Videospielen entstanden ganz unterschiedliche Versionen seiner Persönlichkeit und seiner Legende.
Auch deshalb begegnet man Musashi heute an den verschiedensten Stellen der Popkultur.
Eine der jüngeren Interpretationen, die uns besonders präsent geblieben ist, stammt beispielsweise aus Baki.
Entsprechend groß war unsere Neugier darauf, was Capcom aus ihm macht.
Und genau hier hat uns Onimusha früh abgeholt.
Capcom macht aus Musashi nicht einfach nur eine ehrfürchtige Legende
Musashi wird nicht permanent behandelt, als müsste jede Szene daran erinnern, dass wir gerade einen der berühmtesten Samurai der Geschichte spielen.
Er darf unterhaltsam sein.
Er darf selbstbewusst auftreten.
Er darf reagieren, diskutieren und Persönlichkeit zeigen.
Gerade seine Gespräche sorgen immer wieder dafür, dass die düstere Geschichte nicht vollkommen in ihrer eigenen Ernsthaftigkeit versinkt.
Das gefällt uns.
Capcoms Musashi wirkt dadurch nicht wie eine historische Statue, die irgendwie laufen und kämpfen gelernt hat.
Er fühlt sich wie eine Figur an.
Dazu passt auch eine besondere Entscheidung bei seiner Darstellung. Für Musashis Gesicht diente Toshirō Mifune als Vorlage, eine der prägendsten Persönlichkeiten des japanischen Samurai Films. Capcom arbeitete dafür mit Mifune Productions zusammen.
Wer klassische Samurai Filme kennt, versteht ziemlich schnell, warum diese Wahl funktioniert.
Kyoto ist wunderschön und gleichzeitig völlig verdorben
Onimusha führt uns in ein Kyoto der frühen Edo Zeit.
Nur hat sich dort ein kleines Problem entwickelt:
Die Stadt wird von den Genma heimgesucht.
Das historische Japan trifft dadurch auf groteske Dämonen, verdorbene Orte und übernatürliche Elemente.
Genau diese Mischung funktioniert für uns erstaunlich gut.
Schreine, Tempel und Straßen wirken vertraut genug, um das historische Setting zu tragen. Gleichzeitig verändert das Miasma diese Orte immer stärker und sorgt dafür, dass aus einer bekannten Kulisse eine düstere Fantasy Welt entsteht.
Onimusha versucht dabei nicht, eine riesige offene Welt zu bauen.
Und darüber sind wir eigentlich ziemlich froh.
Wir bekommen klarere Gebiete, größere Bereiche zum Erkunden und später auch mehr Freiheit, ohne dass plötzlich jede Ecke Kyotos mit fünf Symbolen auf einer Karte gefüllt werden muss.
Gerade nach zahlreichen Open World Spielen fühlt sich diese Konzentration angenehm an.
Das Kampfsystem ist unsere größte Stärke des Spiels
So interessant Musashi und die Welt sind, am Ende verbringen wir sehr viel Zeit mit einem Schwert in der Hand.
Zum Glück funktioniert genau das hervorragend.
Das Kampfsystem von Onimusha: Way of the Sword macht uns richtig Spaß.
Treffer besitzen Gewicht.
Klingen treffen hörbar aufeinander.
Gegner reagieren auf unsere Angriffe.
Und sobald wir beginnen, die verschiedenen defensiven Möglichkeiten wirklich zu verstehen, verändert sich der Rhythmus der Kämpfe.
Wir wollten irgendwann nicht mehr einfach nur möglichst schnell angreifen.
Wir wollten wissen, wann der nächste Angriff kommt.
Abwehren fühlt sich genauso wichtig an wie Zuschlagen
Blocken, ausweichen, Angriffe ablenken und im richtigen Moment selbst antworten gehören zu den wichtigsten Bestandteilen der Kämpfe.
Gerade das Parieren gefällt uns.
Wenn wir einen Angriff sauber lesen, die gegnerische Klinge abfangen und daraus unmittelbar unsere eigene Offensive entsteht, fühlt sich das extrem befriedigend an.
Je länger wir gespielt haben, desto häufiger wurden Kämpfe dadurch zu kleinen Duellen.
Nicht unbedingt, weil nur ein Gegner vor uns stand.
Sondern weil wir irgendwann damit beschäftigt waren, sein Verhalten zu lesen, auf Bewegungen zu reagieren und den richtigen Moment zu finden.
Das ist für uns wesentlich interessanter als ein Kampfsystem, bei dem wir einfach dieselbe starke Kombination wiederholen.
Issen bleibt einer dieser Momente, die einfach funktionieren
Ein wichtiger Bestandteil der Onimusha Identität ist weiterhin der Issen Angriff.
Gutes Timing wird dabei mit einem besonders wirkungsvollen Konter belohnt.
Way of the Sword erweitert dieses Prinzip unter anderem um Break Issen. Wird die Ausdauer eines Gegners vollständig gebrochen, entsteht ebenfalls die Möglichkeit für einen solchen starken Angriff. Capcom wollte damit die charakteristische Mechanik zugänglicher machen, ohne das klassische Timing vollständig aufzugeben.
Und genau das funktioniert für uns.
Man muss kein Perfektionist sein, um Spaß am Schwertkampf zu haben.
Wer sich aber stärker mit Timing, Paraden und den Systemen beschäftigt, wird trotzdem belohnt.
Herausfordernd, aber nicht unnötig schwer
Das ist wahrscheinlich einer der Punkte, die uns am Kampfsystem am besten gefallen.
Onimusha fordert uns, aber es frustriert uns nicht permanent.
Gegner können ordentlich austeilen.
Bosskämpfe verlangen Aufmerksamkeit.
Wer einfach nur draufschlägt, wird irgendwann Probleme bekommen.
Trotzdem hatten wir nie das Gefühl, dass das Spiel daraus einen Wettbewerb machen möchte, wie oft es uns sterben lassen kann.
Und genau diese Balance mögen wir.
Way of the Sword muss kein Soulslike sein, um anspruchsvolle Kämpfe zu bieten.
Es reicht vollkommen, wenn wir einen Gegner ernst nehmen müssen und nach einem Fehler verstehen, was wir hätten besser machen können.
Zum Start stehen unterschiedliche Schwierigkeitsoptionen zur Verfügung. Nach Abschluss kann zusätzlich der deutlich anspruchsvollere Modus Gemetzel freigeschaltet werden.
Damit können Spieler selbst entscheiden, wie weit sie diese Herausforderung treiben möchten.
Die Kämpfe funktionieren auch deshalb, weil sie richtig gut aussehen
Onimusha besitzt eine Gewalt, die nicht nur über Blut funktioniert.
Es ist die Wucht.
Wenn Musashis Klinge einen Gegner trifft, soll man diesen Treffer spüren.
Capcom verwendet dafür unter anderem ein dynamisches Zerteilungssystem, bei dem Gegner abhängig von der tatsächlichen Flugbahn des Schwertes getroffen werden.
Das sorgt dafür, dass Kämpfe nicht nur mechanisch funktionieren.
Sie sehen auch entsprechend brutal aus.
Gerade in Verbindung mit den Genma passt das hervorragend.
Wir kämpfen schließlich nicht gegen gewöhnliche Straßenräuber, sondern gegen groteske Kreaturen, bei denen Onimusha ruhig etwas übertreiben darf.
Wir schauen Musashi auch gerne zu
Das klingt bei einem Actionspiel vielleicht nebensächlich, ist für unseren Eindruck aber wichtig.
Die Zwischensequenzen gefallen uns.
Gespräche sind gut inszeniert.
Charaktere stehen nicht einfach nur herum und tragen Text vor.
Musashis Mimik, seine Reaktionen und die Kameraführung sorgen dafür, dass wir den Szenen gerne folgen.
Das ist besonders wichtig, weil Capcom hier eine Figur verwendet, die über Jahrhunderte hinweg immer wieder interpretiert wurde.
Diese Version braucht deshalb genügend Persönlichkeit, um nicht zwischen all den anderen Musashis unterzugehen.
Für uns funktioniert das.
Die deutsche Synchronisation hat uns besonders positiv überrascht
Wir haben Onimusha auf Deutsch gespielt.
Und dabei geblieben.
Das ist wahrscheinlich bereits das größte Kompliment, das wir einer deutschen Vertonung in einem japanischen Spiel machen können.
Die deutsche Synchronisation ist sehr gut gelungen.
Musashi funktioniert in den ernsteren Momenten genauso wie in seinen lockereren Dialogen.
Auch die übrigen Figuren wirken nicht so, als wäre die deutsche Fassung lediglich nachträglich über das Spiel gelegt worden.
Gerade bei einem Titel, der stark über Dialoge und filmische Szenen arbeitet, ist das wichtig.
Die PS5 Version unterstützt eine vollständige deutsche Sprachausgabe.
Wer japanische Sprachausgabe bevorzugt, kann natürlich weiterhin wechseln.
Wir hatten allerdings keinen Grund, die deutsche Fassung frühzeitig auszuschalten.
Onimusha braucht keine riesige Welt, um genug zu bieten
Auch beim Umfang gefällt uns die Richtung.
Way of the Sword besitzt 21 Hauptmissionen. Wer sich hauptsächlich auf die Geschichte konzentriert, dürfte ungefähr 20 Stunden beschäftigt sein. Mit zusätzlichen Aktivitäten kann der erste Durchgang eher in Richtung 25 Stunden gehen. Wer deutlich mehr erledigen und zusätzliche Herausforderungen angehen möchte, kann entsprechend darüber hinaus kommen.
Für uns passt das gut zu dieser Art von Spiel.
Nicht jedes Actionspiel muss 70 oder 100 Stunden dauern.
Nicht jede Welt braucht mehrere hundert Markierungen.
Wenn Geschichte und Kampfsystem tragen, kann ein fokussierteres Abenteuer sogar angenehmer sein.
Gerade weil Onimusha seine Zeit nicht permanent mit gigantischen Checklisten füllt, konnten wir uns stärker auf die eigentlichen Kämpfe und Figuren konzentrieren.
Trotzdem gibt es abseits der Hauptgeschichte einiges zu entdecken
Komplett geradlinig ist das Spiel allerdings nicht.
Ein größerer Bereich Kyotos dient als Hub und bietet zusätzliche Aktivitäten.
Dort können kleinere Geschichten verfolgt, Bewohner unterstützt, Geheimnisse untersucht und Materialien gesammelt werden. Auch Geisterhunde gehören zu den Dingen, nach denen man Ausschau halten kann.
Zusätzlich gibt es Trainingsmöglichkeiten, in denen Techniken geübt und bereits besiegte Bosse erneut herausgefordert werden können.
Das ist für uns genau die richtige Menge an Zusatzinhalt.
Genug, um gelegentlich vom direkten Weg abzuweichen.
Aber nicht so viel, dass die Hauptgeschichte plötzlich wie eine Nebensache wirkt.
Auf der PS5 hatten wir einen sehr guten Eindruck
Für unseren Test haben wir Onimusha: Way of the Sword auf der PlayStation 5 gespielt.
Unser technischer Eindruck fällt positiv aus.
Wir hatten während unserer Spielzeit keine technischen Probleme, die uns regelmäßig aus Kämpfen oder Zwischensequenzen gerissen hätten.
Gerade bei einem Spiel, das so stark vom Timing seiner Kämpfe lebt, ist das wichtig.
Auch unabhängige technische Analysen bewerten die PS5 Version insgesamt positiv.
Wir möchten daraus trotzdem keinen technischen Benchmark machen.
Wir haben nicht mit Messwerkzeugen gespielt.
Für uns zählt hier vor allem:
Das Spiel hat uns technisch nicht davon abgehalten, Spaß zu haben.
Dass wir Musashi mögen, hilft natürlich
Wir wollen unseren eigenen Blick auf das Spiel auch gar nicht verstecken.
Miyamoto Musashi gehört zu unseren Lieblingsfiguren aus der Geschichte.
Wir interessieren uns für seine tatsächliche historische Person genauso wie für die vielen Interpretationen, die später aus ihm entstanden sind.
Natürlich beeinflusst das unsere Neugier auf ein Spiel wie Onimusha.
Aber genau deshalb waren unsere Erwartungen auch nicht niedrig.
Wenn man eine Figur bereits aus verschiedenen Darstellungen kennt, reicht es nicht, einfach ihren Namen auf einen Charakter zu schreiben.
Capcom musste uns eine weitere Interpretation geben, die wir interessant finden.
Das ist gelungen.
Dieser Musashi macht uns Spaß.
Wir mögen seine Art.
Wir mögen seine Gespräche.
Und wir mögen vor allem, wie gut seine Persönlichkeit mit einem Spiel harmoniert, das gleichzeitig ziemlich blutig und düster sein kann.
Unser Fazit zu Onimusha: Way of the Sword
Onimusha: Way of the Sword hat uns auf der PS5 überzeugt.
Nicht weil es versucht, das komplizierteste Actionspiel des Jahres zu sein.
Nicht weil jede Begegnung darauf ausgelegt ist, uns möglichst oft sterben zu lassen.
Und auch nicht, weil es seine Welt künstlich auf eine gigantische Spielzeit streckt.
Es überzeugt uns durch die Kombination.
Miyamoto Musashi ist unterhaltsam und interessant geschrieben.
Die Kämpfe machen Spaß.
Parieren, Abwehren und Kontern besitzen genug Gewicht, damit wir nicht einfach gedankenlos durch Gegnergruppen schlagen.
Die Bosskämpfe fordern uns, ohne unnötig frustrierend zu werden.
Die filmischen Szenen funktionieren.
Und die sehr gelungene deutsche Synchronisation hat dazu geführt, dass wir Musashis Geschichte gerne in dieser Fassung verfolgt haben.
Vor allem schafft Onimusha etwas, das bei historischen Figuren nicht selbstverständlich ist.
Wir mochten Miyamoto Musashi schon lange vor diesem Spiel. Nach Onimusha: Way of the Sword mögen wir auch Capcoms Version von ihm.
Das Kampfsystem sorgt dafür, dass wir weiterspielen wollen.
Musashi sorgt dafür, dass wir wissen wollen, was als Nächstes passiert.
Und genau diese Kombination macht Way of the Sword für uns zu einer Rückkehr der Reihe, mit der wir sehr viel Spaß hatten.