Ein größerer Tierkatalog und hübschere Gehege hätten für einen Nachfolger wahrscheinlich nicht gereicht.
Planet Zoo 2 setzt deshalb an mehreren Stellen dort an, wo der erste Teil seine Grenzen hatte. Tiere können erstmals vollständig schwimmen und fliegen, Naturschutz endet nicht mehr einfach mit dem Auswildern und auch beim Bauen verspricht Frontier mehr Freiheit.
Am 13. Oktober 2026 erscheint Planet Zoo 2 für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S.
Wir schauen deshalb nicht nur darauf, welche Features neu sind, sondern vor allem darauf, was sie am eigentlichen Spiel verändern könnten.
Denn bei einer Zoo Simulation interessiert uns am Ende weniger, ob ein Tiger noch ein paar schönere Fellhaare besitzt.
Interessanter ist, was passiert, wenn wir sein Gehege verändern.
Planet Zoo bleibt im Kern Planet Zoo
Das Grundprinzip bleibt erhalten.
Wir bauen unseren Zoo, gestalten Gehege, kümmern uns um Tiere, Mitarbeiter und Besucher und müssen dafür sorgen, dass der gesamte Betrieb funktioniert.
Karriere, Franchise und Sandbox bleiben zentrale Spielweisen.
Damit wird Planet Zoo 2 kein einfacher Zoo Baukasten. Wer mit Management spielt, muss weiterhin Tierwohl, Finanzen, Personal und Besucher im Blick behalten. Wer dagegen hauptsächlich gestalten möchte, kann sich in der Sandbox austoben.
Neu ist vor allem, wie viele zusätzliche Möglichkeiten Frontier um dieses bekannte Fundament herum baut.

Aquarien verändern mehr als nur die Tierauswahl
Eine der größten Neuerungen sind vollständig aquatische Tiere und richtige Aquarien.
Bestätigt sind bereits verschiedene Meeresbewohner, darunter Schwarzspitzenriffhaie und Echte Karettschildkröten.
Spannend ist daran aber nicht nur, dass wir jetzt Fische und Haie halten können.
Aquarien verändern den Aufbau eines Zoos.
Besucher können Tiere neben oder unter sich erleben und ganze Bereiche lassen sich um Unterwasserwelten herum gestalten. Damit entstehen Anlagen, die mit klassischen Gehegen kaum vergleichbar sind.
Für uns wird deshalb später entscheidend sein, ob Aquarien auch spielerisch eine eigene Herausforderung darstellen.
Ein Hai ist schnell beeindruckend.
Interessanter ist, ob sich seine Haltung wirklich anders anfühlt als die eines Löwen hinter einer anderen Art von Barriere.

Endlich richtige Volieren
Dasselbe gilt für flugfähige Tiere.
Planet Zoo 2 führt frei fliegende Vögel und konfigurierbare Volieren ein. Barrieren, Stützpfosten und Netze können dabei zu größeren Anlagen kombiniert werden.
Damit erweitert sich das Bauen erstmals richtig in die Höhe.
Statt Tiere ausschließlich von außen zu betrachten, können begehbare Bereiche entstehen, in denen sich Vögel tatsächlich über den Besuchern bewegen.
Für kreative Spieler dürfte das enorm interessant werden.
Aquarien und Volieren liefern nicht einfach zwei neue Tiergruppen. Sie verändern, wie ein kompletter Zoo aufgebaut werden kann.

Das Tierverhalten könnte wichtiger werden als die Grafik
Mindestens genauso spannend ist das überarbeitete Verhalten der Tiere.
Frontier verspricht unter anderem natürlicheres Herdenverhalten, Grasen, verbesserte Bewegungen und sichtbarere Reaktionen auf das Wohlbefinden.
Genau dort muss Planet Zoo 2 für uns später liefern.
Der erste Teil sah bereits hervorragend aus. Deshalb brauchen wir nicht zwingend einen Löwen mit noch realistischeren Haaren.
Wir möchten sehen, dass unsere Entscheidungen etwas bewirken.
Verändern wir ein Habitat, setzen Tiere anders zusammen oder verbessern Beschäftigungsmöglichkeiten, sollte sich das möglichst auch in ihrem Verhalten zeigen und nicht nur in irgendeinem Prozentwert.
Wenn Planet Zoo 2 das überzeugend hinbekommt, wäre das für uns wesentlich wichtiger als ein reiner Grafik Sprung.

Auswildern ist diesmal nicht einfach das Ende
Die vielleicht interessanteste Neuerung sind die Wildlife Reserves.
Bisher war die Auswilderung häufig der Abschluss. Ein erfolgreich gezüchtetes Tier wurde freigelassen und verschwand damit im Grunde aus unserem Zoo Alltag.
Planet Zoo 2 möchte daraus einen weiteren Gameplay Bereich machen.
Wir können Landschaften renaturieren, geeignete Lebensräume aufbauen und Tiere aus unseren Zoos dort ansiedeln.
Dadurch könnte ein deutlich stärkerer Kreislauf entstehen:
Tiere halten, Populationen aufbauen, Nachwuchs großziehen, auswildern und anschließend passende Ökosysteme erhalten.
Das ist für uns eines der Features mit dem größten Potenzial.
Naturschutz wird damit nicht nur über Statistiken erzählt, sondern bekommt einen eigenen spielbaren Bereich.
Der Zoo wird Teil eines größeren Netzwerks
Dazu kommt das Fauna and Ecosystems Network, kurz FEN.
Karriere und Franchise sollen Zoos und Naturschutzgebiete stärker miteinander verbinden.
Genau diese Verbindung könnte am Ende wichtiger sein als jeder einzelne neue Modus.
Planet Zoo 2 scheint nicht einfach verschiedene Features nebeneinanderzustellen. Zoo, Zucht, Auswilderung und Naturschutz sollen stärker Teil desselben Kreislaufs werden.
Wenn Frontier diese Systeme sauber miteinander verbindet, hätte der Nachfolger spielerisch einen guten Grund zu existieren.
Bitte lass uns diesmal einfach Wege bauen
Wer Planet Zoo gespielt hat, dürfte seinen größten Gegner bereits kennen.
Das Wegesystem.
Frontier überarbeitet deshalb auch die Bauwerkzeuge. Neue Möglichkeiten für Wege, Plätze, Formen und skalierbare Objekte sollen das Gestalten flexibler machen.
Das klingt neben Haien und fliegenden Vögeln wenig spektakulär.
Für Langzeitspieler könnte es aber eine der wichtigsten Verbesserungen sein.
Wer hundert Stunden baut, profitiert hundert Stunden lang davon, wenn das Werkzeug weniger im Weg steht.
Gerade deshalb werden wir beim späteren Test genau darauf achten, wie angenehm sich nicht nur spektakuläre Gehege, sondern auch ganz normale Plätze und Wege bauen lassen.
Community Bauwerke funktionieren plattformübergreifend
Auch der Frontier Workshop wird wichtiger.
Spieler können eigene Konstruktionen und Blueprints teilen und diese Inhalte sollen plattformübergreifend verfügbar sein.
Das ist gerade bei Planet Zoo sinnvoll.
Nicht jeder hat Lust, einen kompletten Tempel, ein Restaurant oder einen aufwendigen Zoo Eingang aus Einzelteilen zusammenzusetzen.
Wer lieber Tiere hält und managt, kann dadurch trotzdem auf die Kreativität der Community zurückgreifen.

Für welchen Spielertyp ist Planet Zoo 2 gedacht?
Planet Zoo 2 spricht ziemlich unterschiedliche Spieler an.
Builder bekommen mit Aquarien, Volieren, neuen Werkzeugen und dem Workshop deutlich mehr Möglichkeiten.
Management Fans beschäftigen sich weiterhin mit Finanzen, Personal, Besuchern und Tierwohl, bekommen mit den Wildlife Reserves aber eine zusätzliche Ebene.
Tierfans dürften besonders vom überarbeiteten Verhalten und den neuen Lebensräumen profitieren.
Cozy Spieler können sich dagegen in der Sandbox verlieren und einen Zoo in ihrem eigenen Tempo gestalten.
Und dann gibt es natürlich noch die Perfektionisten.
Wer bereits in anderen Aufbauspielen zwanzig Minuten darüber diskutiert, ob ein Baum zwei Meter weiter links stehen sollte, dürfte in Planet Zoo 2 wieder vollkommen verloren sein.
Weniger geeignet ist die Reihe dagegen für Spieler, die ständig Action, schnelle Fortschritte oder dauernde Belohnungen brauchen.
Planet Zoo lebt vom Planen, Beobachten, Bauen und Verbessern.
Was man vor dem Kauf wissen sollte
Planet Zoo 2 erscheint am 13. Oktober 2026 für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S.
Die Standard Edition kostet 49,99 Euro, die Deluxe Edition 64,99 Euro.
Die Deluxe Edition enthält sechs zusätzliche Tierarten. Wer bereits zum Launch möglichst viele Tiere haben möchte, sollte das entsprechend berücksichtigen.
Für PC Spieler sind außerdem die Systemanforderungen relevant. 16 GB Arbeitsspeicher werden bereits als Mindestanforderung angegeben. Die PC Version nutzt zudem Denuvo Anti Tamper.
Planet Zoo 2 ist außerdem als eigenständiger Nachfolger konzipiert. Besitzer umfangreicher Planet Zoo Sammlungen sollten deshalb nicht automatisch davon ausgehen, dass Zoos, Spielstände oder sämtliche DLC Inhalte übernommen werden.
Eine Switch 2 Version ist bislang nicht angekündigt.
Worauf wir uns besonders freuen
Haie und frei fliegende Vögel sind natürlich die Neuerungen, die sofort Aufmerksamkeit bekommen.
Für uns liegen die interessantesten Veränderungen aber etwas tiefer.
Aquarien und Volieren können das Bauen grundlegend erweitern.
Das neue Tierverhalten könnte dafür sorgen, dass unsere Entscheidungen sichtbarer werden.
Wildlife Reserves geben der Auswilderung erstmals einen richtigen spielerischen Sinn.
Und bessere Bauwerkzeuge könnten etwas verbessern, das wir während des gesamten Spiels benutzen.
Vor allem aber scheint Frontier zu versuchen, diese Dinge stärker miteinander zu verbinden.
Wir bauen nicht einfach ein Gehege.
Wir schaffen einen Lebensraum.
Wir kümmern uns um die Tiere darin, bauen Populationen auf und können sie irgendwann in einen Lebensraum außerhalb unseres eigentlichen Zoos überführen.
Genau darin sehen wir momentan das größte Potenzial.

Planet Zoo 2 muss nicht einfach der schönere Planet Zoo werden. Es muss der bessere Zoo Simulator werden.
Ob Frontier das schafft, werden wir erst beurteilen können, wenn wir selbst bauen, verwalten und vermutlich zum hundertsten Mal irgendeinen Weg wieder abreißen.
Bis dahin macht das bisher Gezeigte aber vor allem eines:
Lust darauf, wieder einen Zoo zu eröffnen.